29.10.2007, 14:47 Uhr | ag
Heute ist es wieder so weit: Butterbrotfans dürfen feiern, denn es jährt sich zum achten Mal der "Tag des Deutschen Butterbrotes". Zwar ist Butter längst nicht mehr das einzige Streichfett, das aufs Brot geschmiert wird. Butterfans schwören jedoch auf den einzigartigen Geschmack. Über die Frage, ob Margarine oder Butter besser ist, streiten sogar Experten.
Eins ist klar, für die schlanke Linie, macht es keinen Unterschied: "Margarine und Butter unterscheiden sich zwar in ihrer Fettsäurenzusammensetzung und ernährungs-physiologischen Wirkung, enthalten aber etwa die gleiche Menge an Fett und Kalorien", erklärt Susanne Sonntag von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen. Doch wie sieht es mit den gesundheitlichen Vorteilen der Margarine aus? Sind ihre pflanzlichen Fette tatsächlich gesünder als die tierischen Fette der Butter?
Für manche ist es fast ein Glaubenskrieg: der Streit, ob nun Butter oder Margarine gesünder sei. Die Geschichte begann in den 60er Jahren. Damals bekam Butter, die bis dahin als hochwertiges Streichfett galt, einen schlechten Ruf, weil sie Arterienverkalkung und Herzerkrankungen fördere. Vor allem das Cholesterin - 30 Gramm Butter liefern etwa 70 Milligramm Cholesterin – und die gesättigten Fettsäuren wurden dafür verantwortlich gemacht. Der bis dahin billige Butterersatz Margarine galt plötzlich als gesünder. Schließlich enthält sie kein Cholesterin, statt dessen viele pflanzliche Fette, die den Cholesterinspiegel im Blut niedrig halten sollten.
Ist also die cholesterinfreie Margarine doch die bessere Alternative zur Butter? Nicht unbedingt. Neue Erkenntnisse belegen, dass ihr gesundheitlicher Vorteil umstritten ist. Eine englische Studie an über 80.000 Personen zeigt, dass diejenigen, die täglich vier oder mehr Teelöffel Margarine aßen, ein um zwei Drittel höheres Infarktrisiko hatten als diejenigen, die nur einmal im Monat Margarine oder ausschließlich Butter verzehrten. Für diesen Effekt wurden vor allem die so genannten Transfettsäuren verantwortlich gemacht, die in manchen Margarinesorten enthalten sind und infolge der Fetthärtung entstehen. Sie sind schädlicher als die gesättigten Fettsäuren der Butter,weil sie das "böse" LDL-Cholesterin erhöhen, das "gute" HDL aber senken. HDL kann Ablagerungen, die bereits in den Adern gespeichert sind, aufnehmen und in die Leber transportieren. Dort werden sie dann abgebaut.
So hat also jedes Streichfett seine Schattenseiten. Bei gesunden Menschen sind jedoch Butter und Margarine in Ergänzung mit anderen pflanzlichen Speiseölen unproblematisch. Eines jedoch sollten Sie jedoch beachten: Verwenden Sie Fett stets sparsam. Sonst drohen Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 70 bis 80 Gramm pro Tag sollten nicht überschritten werden. Menschen, die ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollten auf hochwertige Diätmargarinen zurückgreifen. Diese sind nicht gedacht, um Kalorien zu sparen, sondern Blutfettwerte zu senken. Auch Cholesterin senkende Butter oder Margarine ist eher ein Medikament als ein Lebensmittel und nichts für normale Konsumenten.
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ag
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