02.07.2009, 08:44 Uhr | ug/dpa/jlu
Bauchschmerzen und Übelkeit nach Brot oder Pizza: Diese Symptome deuten auf Zöliakie hin. Die Ursache der Krankheit ist die Unverträglichkeit von Gluten, einem Getreideeiweiß. Nach Schätzungen der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) leiden rund 400.000 Deutsche an dieser chronischen Darmerkrankung.Fatal ist, dass viele nicht wissen, dass sie betroffen sind: "Maximal jeder vierte weiß, dass er Zöliakie hat", so Dan Kühnau von der DZG. Wir sagen Ihnen, warum die Krankheit oft unentdeckt bleibt, wie Sie eine Glutenunverträglichkeit erkennen und welche Lebensmittel gefährlich werden können.
Auslöser von Zöliakie ist Gluten. Dieses Eiweiß kommt beispielsweise in den Getreidesorten Roggen, Gerste, Dinkel und Weizen vor. Im Körper der Betroffenen ruft es eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut hervor. Nach Angaben der DZG schädigt bereits ein Viertel Gramm Weizen den Dünndarm und kann zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Brechreiz führen. Das Tückische: Oft erkennt man Lebensmittel mit Gluten nicht sofort. "In den meisten Standardprodukten wie Brot, Kuchen, Pizza, Bier und Kuchen ist es aber enthalten", sagt Kühnau. Auch in Fertiggerichten, Wurst, Kartoffelpuffern, Eis, Schokolade oder Suppen kann Gluten enthalten sein.
Was kann man dagegen tun - und ist es vielleicht gefährlich? Ein Arzt klärt auf. zum Video
Ein weiteres Problem: Viele Hersteller benutzen Gluten als Trägerstoff für Aromen, Gelier- und Bindemittel. Deshalb stecken auch in vielen Halbfertigprodukten wie Saucen und fettreduzierten Produkten neben dem Eiweiß auch glutenhaltige Zutaten wie Mehl, Weizenstärke oder Weizenkleie. Hinweise auf diese Inhaltsstoffe müssen auf der Verpackung stehen. Doch es gibt auch Ausnahmen: Lebensmittel, in denen Zucker aus Weizenstärke enthalten ist, müssen nicht auf Gluten hinweisen. Eindeutige Bezeichnungen wie “enthält Gluten” oder “glutenfrei” finden sich deshalb nur auf wenigen Artikeln.
Die meisten Betroffenen wissen allerdings nicht, dass sie ernsthaft erkrankt sind. Der Grund: Viele Ärzte ordnen die Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Gewichtverlust anderen Krankheiten zu. Auch kann es vorkommen, dass Patienten nicht die typischen Symptome einer Glutenunverträglichkeit aufweisen. Die Diagnose Zöliakie wird deshalb oft gar nicht oder erst spät gestellt. Diese so genante stille Zöliakie ist besonders gefährlich: Laut einer Studie haben diese Patienten ein viermal höheres Risiko, früh zu sterben. "Eine verlässliche Diagnose ist mittlerweile aber durch eine Untersuchung von Antikörpern im Blut möglich", sagt Sofia Beisel von der DZG.
Zöliakie ist nicht heilbar. Und auch vorbeugend kann man sich nicht vor einer Erkrankung schützen. "Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist, lebenslang auf glutenfreie Lebensmittel umzusteigen", sagt Kühnau. Erlaubt sind beispielsweise unverarbeitetes Obst und Gemüse, Kartoffeln, Salate, Pflanzenöle, Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Eine Alternative zu glutenhaltigen Getreidearten sind zum Beispiel Hirse, Mais, Buchweizen und Reis. Diese werden auch zur Herstellung von glutenfreiem Bier verwendet. Oft sind glutenfreie Lebensmittel jedoch um 30 bis 50 Prozent teurer und in der Regel nur im Reformhaus erhältlich.
ug/dpa/jlu
glutenfreifroh schrieb:
am 12. November 2010 um 23:12:57
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Bluttest unzuverlässig
Man kann durch Gluten so ziemlich alles bekommen an Krankheiten, ich habe das bei mir und meinem Onkel selbst erlebt
und wir hatten so gut wie keine der üblichen Symptome. Mein Dauerschnupfen ist weg, eine üble Erkrankung der Haut. Mein Onkel hat wieder eine normale Verdauung und seine über Jahre andauernde Arthrose hat sich in Luft aufgelöst, seine über Jahrzehnte bestehenden Probleme mit der Nase sind nach 5 Monaten glutenfrei leben deutlich besser! Die Bluttests sind nicht zuverlässig!
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