13.07.2009, 09:48 Uhr | AFP/ts
Borreliose wird durch Zecken übertragen (Foto: imago)Die Patientenorganisation Borreliose und FSME Bund Deutschland (BFBD) haben den Vorwurf erhoben, die Gefahr durch Borreliose, die durch Zecken übertragen wird, werde in Deutschland unterschätzt. Es sei bundesweit von 250.000 Neuinfektionen pro Jahr auszugehen, sagte BFBD-Geschäftsführerin Ute Fischer den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Die vom Robert-Koch-Institut genannte Zahl von rund 70.000 Erkrankungen jährlich sei "völlig veraltet".
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Die von Ärzten und Forschern gegründete Deutsche Borreliose-Gesellschaft (DBG) erhob den Vorwurf, dass Borreliose von der Wissenschaft vernachlässigt werde. "Borreliose-Forschung in Deutschland gibt es nicht", sagt der stellvertretende DBG-Vorsitzende Rüdiger von Baehr den "Ruhr Nachrichten". So komme die Infektion etwa in einer vom Bund mit 60 Millionen Euro geförderten Forschungsinitiative, die von Tieren auf Menschen übertragbare Krankheiten untersucht, nicht vor. Auch die Ärzte seien nicht sensibilisiert genug, so dass noch immer viele Infektionen unerkannt blieben und sich zu chronischen Erkrankungen auswachsen würden.
Obwohl Borreliose weitaus häufiger vorkommt, dominiert in der öffentlichen Wahrnehmung die seltenere Hirnerkrankung FSME. Dabei ist vielen Menschen offenbar nicht bewusst, dass auch in einer nicht als Risikogebiet für FSME ausgewiesenen Region Borreliose-Infektionsgefahr besteht. Nach Angaben der Deutschen Borreliose-Gesellschaft ist hierzulande etwa jede dritte Zecke mit Borrelien infiziert. Allerdings bricht die Krankheit nur bei zirka ein bis zwei Prozent der Angesteckten wirklich aus.
Zu erkennen ist Borreliose zunächst an der typischen "Wanderröte", einer geröteten kreisförmigen Hautstelle um den Stich herum. Häufig kommen Kopfschmerzen, Fieber und eine allgemeine Mattheit hinzu. Unbehandelt können die Bakterien noch Monate später Haut, Herz, Gelenke und das Nervensystem schädigen. Deshalb ist es wichtig, die Infektion frühzeitig mit Antibiotika zu behandeln. Allerdings lässt sich Borreliose in Labortests nur schwer eindeutig nachweisen. Eine einmal durchgemachte Infektion schützt nicht vor weiteren Erkrankungen.
Da es gegen Borreliose keine Impfung gibt, hilft nur vorbeugender Schutz wie lange Kleidung und der Gebrauch von Insektenschutzmitteln. Zecken halten sich am liebsten in hohem Gras und an Waldrändern auf. Deshalb empfiehlt es sich, den Körper nach einem längeren Aufenthalt im Freien unbedingt auf Zecken absuchen. Wer einen Parasiten entdeckt und ihn schnell entfernt, senkt sein Infektionsrisiko deutlich. Die Borreliose-Erreger breiten sich nämlich erst mehrere Stunden nach dem Stich im Körper aus.
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AFP/ts
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