02.12.2011, 14:42 Uhr | mm, T-Online
Beinkrankheiten sind nicht nur Schönheitsfehler. (Quelle: t-online.de)
Allein unter Venenschwäche leiden in Deutschland rund 36 Millionen Menschen. Wie wichtig gesunde Beine sind, merken jedoch viele erst, wenn sie dort Krankheiten und Schmerzen plagen. Allerdings gibt es auch ernstzunehmende Beinkrankheiten mit weniger auffälligen Symptomen. Eine frühe Erkennung hilft, Schlimmeres zu vermeiden.
Große Krampfadern und die kleineren Besenreiser entstehen durch eine Venenschwäche. Dabei schwellen die Knöchel an, die Waden werden schwer und verfärbte oder verdickte Adern zeigen sich an den Beinen. Besonders bei langem Stehen und Sitzen kann der Blutfluss von den Beinen zum Herzen gemindert werden. Wichtig ist es deshalb, sich zwischendurch immer wieder zu bewegen. Ursachen sind eine familiäre Veranlagung, Übergewicht, das die Beine belastet und zu viel Wärme, zum Beispiel in der Sauna. Daher stärken regelmäßige Behandlungen mit kalten Wasser die Muskulatur in den Venenwänden.
Venenerkrankungen können gefährlich werden: Neben Venenentzündungen und Thrombosen erkranken jährlich rund 20.000 Deutsche an einem Ulcus, umgangssprachlich offenes Bein. Auslöser ist meist eine Venenschwäche, durch die das Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Nährstoffen versorgt wird, sodass die Wundheilung nicht mehr richtig funktioniert. Die Wunden verschwinden dann nicht, sind feucht, nässen und können faulig riechen, während sich die Haut dunkel verfärbt. Im Bereich der Knöchel und an der Innenseite des Beins können sogar Geschwüre entstehen und die Gefahr einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien besteht. Vor allem kommt dies bei älteren Menschen vor. Ein erfahrener Arzt erkennt ein solches Geschwür meist auf den ersten Blick und behandelt das Venenleiden, damit die Wunden heilen können.
Das gefürchtete Raucherbein, auch als periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) bekannt, muss nicht unbedingt vom Rauchen kommen. Auch Diabetes, Bluthochdruck oder eine Fettstoffwechselstörung können eine Arterienverengung auslösen. In Deutschland sind davon rund 4,5 Patienten betroffen, deren Beine nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Erkennen die Betroffenen die Symptome wie starke, belastungsunabhängige Schmerzen früh genug, kann ein drastischer Verlauf abgewendet werden. Ansonsten kommt es im weit fortgeschrittenen Stadium oft zu einer Amputation. Mit einem gesunden Lebensstil und ausreichend Bewegung kann man sich aber vor der Krankheit schützen.
Der Diabetische Fuß beinhaltet verschiedene Infektionen vom einfachen Fußpilz bis hin zum massiven Geschwür. Gemeinsam ist diesen Infektionen, dass sie auf Nerven- und Gefäßschäden durch langjährigen, schlecht eingestellten oder unerkannten Diabetes verursacht werden. Dadurch spüren Betroffenen Wärme und Kälte nicht mehr und auch größere Wunden oder Geschwüre schmerzen kaum oder gar nicht. Zudem heilen die Wunden und Infektionen schlechter, weil die Immunabwehr nicht richtig funktioniert. Kribbeln, Taubheitsgefühle und Missempfindungen in Beinen und Füßen sind typische Warnzeichen. Auffallend ist außerdem eine besonders trockene Haut an den Füßen. Als Gegenmaßnahmen muss der Diabetes behandelt und die Wunden täglich steril gereinigt werden. Medikamente und eine Operation der Gefäße verbessern die Durchblutung. Wird zu spät therapiert, droht eine Amputation.
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, dessen Ursachen aber noch nicht abschließend geklärt sind. Nach Angaben der Deutschen Bevölkerung für Neurologie leiden in Deutschland zwischen vier und acht Millionen Betroffene unter den ruhelosen Beinen. Die Symptome können sehr individuell sein, grundlegend ist jedoch ein unangenehmes Gefühl auch im Ruhezustand. Daher ist der Bewegungsdrang der Patienten jedoch so groß, dass sie nicht still halten können. Oft sind die Beschwerden jedoch nur schwach und machen sich etwa bei längeren Flugreisen bemerkbar. Auch 40 Prozent der Schwangeren leiden zumindest zeitweise unter einer Form von RLS. Heilbar ist das Leiden nicht, doch in circa zwei Prozent der Fälle brauchen die Patienten eine Behandlung mit Medikamenten, die sich meist bewährt.
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Quelle: t-online.de
ich schrieb:
am 3. Dezember 2011 um 18:34:02
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4,5 Patienten
Bei ~80 Millionen Menschen 4,5 Patienten ... Welch ein hohes Risiko. Sehr witzig
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