21.01.2011, 12:34 Uhr | ali
Werden vorschnell Cholesterin senkende Medikamente verschrieben? (Foto: Archiv)Kaum ein anderes Gesundheitsthema verunsichert Patienten mehr als Cholesterin. Von bösem und gutem Cholesterin ist die Rede, genauso wie von erhöhtem Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Auch Medikamente, die den Blutfettwert senken, sind oft Gegenstand von Diskussionen. Patienten fragen sich: "Wann ist der Cholesterinspiegel zu hoch?" oder "Kann ich cholesterinsenkende Mittel einnehmen und dann bei fettigen Speisen nach Herzenslust zuschlagen?" Die Redaktion Lifestyle hat den Experten Professor Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt am Herz-Zentrum Bad Krozingen, zum Thema Cholesterin befragt.
Unglaublich, aber leider wahr: Zwei Drittel aller schlechten Fette in der Nahrung sind unsichtbar. Gute Fette hingegen finden sich in Oliven, Fisch und Nüssen. zum Video
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Cholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff, der unter anderem an der Bildung zahlreicher Hormone beteiligt ist. Er kommt ausschließlich in tierischen Fetten vor, wird aber auch im menschlichen Körper hergestellt. Im Blut ist Cholesterin an Eiweiße gebunden und kommt in zwei Varianten vor: das so genannte LDL-Cholesterin, das auch als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet wird, und das "gute" HDL-Cholesterin. Steigt die Konzentration des schädlichen LDL-Cholesterins zu stark an, können sich Ablagerungen in den Gefäßen bilden. Diese führen im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, welcher Blutfettwert als normal bezeichnet werden kann. Nach Angaben von Professor Gohlke unterscheiden sich drei Gruppen. Bei gesunden Menschen ohne weitere Risikofaktoren sind Gesamtcholesterinwerte bis 240mg/dl und LDL-Cholesterinwerte unter 160mg/dl akzeptabel. Gesunde Menschen mit weiteren Risikofaktoren sollten einen Cholesterinwert unter 200 haben und einen LDL-Wert von 130 nicht überschreiten. Solche Risikofaktoren sind Herz- und Gefäßerkrankungen bei Verwandten ersten Grades, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen oder Bluthochdruck. Für Personen, die bereits an einer Gefäßerkrankung leiden, gilt als Richtlinie ein Gesamtwert von unter 150 und einen LDL-Wert unter 70.
Ein hoher Cholesterinspiegel ist auf Dauer ungesund und stellt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Aber erst bei Menschen, die bereits eine Gefäßerkrankung haben beziehungsweise zu der Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, ist eine medikamentöse Behandlung wirklich sinnvoll. Dazu Professor Gohlke: "Bei gesunden Menschen mit weiteren Risikofaktoren oder bei Personen, die nach einer Gefäßerkrankung vorbelastet sind, ist es möglich, durch die medikamentöse Behandlung das Herzinfarktrisiko um bis zu 30 Prozent zu senken." Es sei jedoch falsch zu glauben, dass man als gesunder Mensch diese Arzneien regelmäßig einnehmen kann und dann automatisch vor Gefäßerkrankungen geschützt sei. Die Medikamente hätten Nebenwirkungen, zudem seien regelmäßige Untersuchungen beim Arzt unbedingt notwendig, so der Experte weiter.
Besonders die genetische Veranlagung sowie eine fettreiche Ernährung gelten als Ursachen zu hoher Cholesterinwerte. Die Umstellung auf eine fettarme Ernährung ist jedoch nur eine Maßnahme im Kampf gegen das Cholesterin. Mehr Bewegung, Verzicht auf Rauchen und eine kontinuierliche Reduzierung des Übergewichts verbunden mit Stressabbau können helfen, das Risiko einer Gefäßerkrankung zu senken. Besonders die Fettansammlung im Bauch begünstigt hohe Cholesterinwerte und die Entwicklung von Arteriosklerose. Erst, wenn alle vorbeugende Maßnahmen fehlschlagen und sich kein niedrigerer Wert erzielen lässt, sollte man in Absprache mit dem Arzt zum Medikament greifen.
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ali
jürgen schrieb:
am 24. Januar 2011 um 11:30:05
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cholesterin
Jeder hat seinen eigenen Cholesterinspiegel, der im Alter ansteigt (früher: Alter plus 200 = Gesamtcholesterin = normal ) - an
der Aterienverkalkung ist er jedoch nur mit ca. 5 % beteiligt. Statine sollten nach amerikanischen Studien krebs-
fördernd sein. Sport,Vitamine und normale Lebensführung - oder gemachter Patient der PharmaIndustrie !!
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