11.09.2009, 11:20 Uhr | cme
Obst und Fruchtsäfte können Bauchweh verursachen. (Foto: imago)Obst ist gesund und sollte täglich auf den Tisch kommen - so lautet der einhellige Rat von Ernährungsexperten. Doch bei immer mehr Menschen grummelt der Bauch nach dem Verzehr von Früchten oder Fruchtsaft - manchmal kommt es sogar zu Durchfall. Hinter diesen Symptomen kann eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker (Fructose) stecken - eine so genannte Fructosemalabsorption. Das Problem: Fruchtzucker wird Lebensmitteln immer häufiger zugesetzt, vor allem Softdrinks als Ersatz für Zucker.
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Rund ein Drittel der Bevölkerung verträgt Fructose nur schlecht, so lautet die Schätzung von Professor Hans Joachim Thon vom Sankt Josef-Hospital in Bonn. Bei Betroffenen ist die Aufnahme von Fruchtzucker im Darm gestört, sodass die Fructose unverdaut in den Dickdarm wandert. Das führt zu Blähungen, Bauchweh und Durchfällen. Sobald die Betroffenen fruchtzuckerreiche Lebensmittel meiden, verschwinden die Symptome. Die häufige Fructosemalabsorption ist nicht zu verwechseln mit der wesentlich selteneren und schwerer verlaufenden erblichen Fructoseintoleranz.
Wer nach dem Verzehr von Obst oder Fruchtsäften Verdauungsprobleme hat, kann durch einen Test beim Arzt einfach herausfinden, ob eine Fructosemalabsorption dahinter steckt. Der Arzt misst mit einem Messgerät die Atemluft des Patienten. Finden sich darin bestimmte Gase, leidet der Patient unter Fructosemalabsorption.
In der Natur findet sich Fruchtzucker in jeder Art von Obst und Fruchtsäften. Allerdings gibt es Sorten mit einem geringeren Fruchtzuckergehalt wie zum Beispiel Pfirsiche, Mandarinen oder Zitronen. Wegen seiner hohen Süßkraft wird Fruchtzucker häufig zum Süßen von Softdrinks eingesetzt. Er findet sich in Fertiggerichten, Joghurts, Smoothies und sogar in Ketchup und Desserts. Getrocknete Früchte enthalten besonders viel Fruchtzucker: In 100 Gramm getrockneten Datteln oder Feigen sind es bis zu 28 Gramm.
Wer Fruchtzucker schlecht verträgt, muss nicht grundsätzlich auf Obst verzichten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vertragen manche Betroffene gewisses Maß an Fruchtsaft oder Honig, bei anderen führen schon geringe Mengen zu Beschwerden. "Manche Menschen vertragen einen Apfel, Apfelsaft jedoch nicht", sagt Isabelle Keller, Ernährungswissenschaftlerin bei der DGE. Am besten hält man gleich nach dem Test Rücksprache mit dem Arzt, wie viel Obst oder Fruchtsaft noch verträglich ist. Da Obst ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung ist, sollte man es auf keinen Fall auf eigene Faust komplett weglassen.
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