07.10.2008, 11:17 Uhr | bri
Obstsäfte enthalten Fruchtzucker. (Foto: Archiv)Immer wieder grummelt der Bauch nach dem Verzehr von ein paar Weintrauben, manchmal tritt sogar Durchfall auf. Dabei ist Obst doch so gesund. Hinter diesen Symptomen kann eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker (Fruktose) stecken - eine so genannte Fruktosemalabsorption. Rund ein Drittel der Bevölkerung verträgt Fruktose nur schlecht, so lautet die Schätzung von Professor Hans Joachim Thon vom Sankt Josef-Hospital in Bonn. Das Problem: Fruchtzucker wird Lebensmitteln immer häufiger zugesetzt, vor allem in Softdrinks als Ersatz für Zucker. Ein Test beim Arzt gibt jedoch Aufschluss darüber, ob man Fruchtzucker gut oder schlecht verträgt.
Bei einer Fruktosemalabsorption ist die Aufnahme von Fruchtzucker im Darm gestört. Der Fruchtzucker wandert unverdaut in den Dickdarm. Das führt zu Blähungen, Bauchweh bis hin zu Durchfällen. Sobald die Betroffenen Fruchtzucker meiden, verschwinden die Symptome.
Wer nach dem Verzehr von Obst oder Fruchtsäften Verdauungsprobleme hat, kann durch einen Test beim Arzt einfach herausfinden, ob eine Fructosemalabsorption dahinter steckt. Der Arzt misst mit einem Messgerät die Atemluft des Patienten. Finden sich darin bestimmte Gase, leidet der Patient unter Fruktosemalabsorption.
Wer weiß, dass er Fruchtzucker schlecht verträgt, sollte auch wissen, in welchen Nahrungsmitteln viel davon enthalten ist. In der Natur findet sich Fruchtzucker in jeder Art von Obst. Wegen seiner hohen Süßkraft wird Fruchtzucker häufig zum Süßen von Softdrinks eingesetzt. Er findet sich häufig Fertiggerichten, Joghurts, Smoothies, sogar in Ketchup und Desserts. Getrocknete Früchte enthalten einen besonders hohen Fruchtzucker-Anteil: In 100 Gramm getrockneten Datteln oder Feigen sind es bis zu 28 Gramm.
Wer Fruchtzucker schlecht verträgt, muss jedoch nicht grundsätzlich auf Obst verzichten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vertragen manche Betroffene gewisses Maß an Fruchtsaft oder Honig, bei anderen führen schon geringe Mengen zu Beschwerden. "Manche Menschen vertragen einen Apfel, Apfelsaft jedoch nicht", sagt Isabelle Keller, Ernährungswissenschaftlerin bei der DGE. Am besten man hält nach dem Test gleich Rücksprache mit dem Arzt, wie viel Obst oder Fruchtsaft noch verträglich ist und wie man künftig essen sollte.
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