21.06.2011, 16:14 Uhr | akl
Viele Betroffene verschweigen Angehörigen ihre Ängste. (Foto: t-online)
Jeder hat Angst: vor der Führerscheinprüfung, vor dem Zahnarzt oder vor dem Fliegen. Dass wir Angst empfinden, ist ganz normal. Angst mahnt zur Vorsicht, macht uns wachsam und mobilisiert die nötigen Energien, um sich im Bedarfsfall der Gefahr zu stellen oder die Flucht anzutreten. Was aber ist, wenn die Angst fester Bestandteil des Lebens wird? Peter Wohlfarth (52) hatte mit acht Jahren seine erste Panikattacke und im Laufe seines Lebens immer wieder mit ihnen zu kämpfen. Heute hat er keine Angstattacken mehr, aber das war ein schwieriger Weg.
Von einer Angststörung wird dann gesprochen, wenn die betroffenen Personen aufgrund ihrer Angst körperlich und psychisch leiden, da sie bestimmte Situationen als gefährlich wahrnehmen, obwohl keine Gefahr besteht. Die Panikattacken können ganz plötzlich kommen. Peter Wohlfarth hatte während seiner Angstattacken Schweißausbrüche, Herzrasen, Druck im Brustbereich und kalte Hände. „Das Gefühl sterben zu müssen, hatte ich Gott sei Dank nie“, sagt er und versucht zu beschreiben, was während einer Attacke in ihm vorging: "Es ist so, als sitze man im Auto, der Vordermann bremst plötzlich und man denkt: Mist, ich schaffe es nicht mehr rechtzeitig zum Stehen zu kommen.“ Aufgegeben hat er nie. Obwohl er Angst vor Reisen hatte, ist er immer wieder durch Europa gereist: „Das Haus nicht zu verlassen, das gab es nie, auch wenn die Angst vor der Angst präsent war. Was ich nicht gut finde, ist sich hinzusetzen und zu sagen: Mir geht es so schlecht. Manchmal tut es gut zu sagen: Los raus!“
Wenn die Angst kam, versuchte Peter Wohlfahrt, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Oft war er verzweifelt, wusste nicht, ob er krank ist oder nicht. „Die Phasen wechselten sich in schöner Regelmäßigkeit ab.“ Doch er hat gelernt, mit der Angst umzugehen. Heute helfen ihm unter anderem Medikamente und die Psychoanalyse: „Hier kann ich meinen Seelenschmerz abladen. Ich möchte sie nicht mehr missen – und würde sie jedem Menschen gönnen. Man lernt auf einem langen Weg unglaublich viel über sich selbst.“ Neben regelmäßigem Joggen hilft Peter Wohlfarth die Meditation, in sich hineinzuhorchen und auch Gedanken zuzulassen, die ihm nicht gefallen. Wird ihm der Alltag zu viel, zieht er sich zurück und sucht ganz gezielt nach Ruhe. Er hat gelernt, die Angst zu akzeptieren: „Wenn sie kommt höre ich zu, was sie zu sagen hat. Ich bin sensibel mir selbst und anderen gegenüber geworden."
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Viele Angehörige wissen gar nicht, dass ein Familienmitglied unter einer Angststörung leidet. Die Betroffenen versuchen oft, die Ängste geheim zu halten. Bis Peter Wohlfarth seiner Frau von seinen Ängsten erzählte, verging viel Zeit. Lange hat er seine Gedanken und Gefühle mit sich selbst ausgemacht: „Angst hat etwas mit Schwäche zu tun und die möchte man nicht zugeben. Viele Menschen wenden fast ihre ganz Kraft auf, um ihr Selbstbild nach außen hin aufrecht zu erhalten. Bei mir war das lange auch so. Ich musste erst lernen, zu meiner Angst zu stehen.“ Was Peter Wohlfarth nicht hilft, sind Bekundungen wie „Das ist ja schlimm, was du hast“ oder ständige Fragen wie „Möchtest du darüber reden?“. "Meine Frau hilft mir am besten, wenn sie gar nicht hilft. Aber da ist jeder Mensch anders.“
Eine Panikattacke kann wenige Minuten dauern, aber auch Stunden anhalten. Wichtig ist, dass so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht wird, der die Ursachen der Symptome klärt. Die Symptome können nämlich auch bei anderen Erkrankungen, wie beispielsweise einem Herzinfarkt, Herzkrankheiten im Allgemeinen oder Schilddrüsenstörungen, auftreten. Auch Medikamente, darunter Antibiotika und Neuroleptika, können Ängste hervorrufen. Sind die Befunde der körperlichen Untersuchung normal, sind psychische Ursachen der Auslöser der Angst.
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akl
freidenker schrieb:
am 19. November 2011 um 21:01:13
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Angst
Wir sollen Angst haben, denn ein ängstliches Volk lässt sich leichter regieren!
Die 100% Sicherheit die sich manche wünschen wird es
nie geben. Das Leben ist halt mit Gefahren verbunden, genau wie Geburt und Tod einfach dazu gehören. Nur leider beschäftigen sich die Menschen nicht gerne mit solchen Themen, und kommen damit immer schlechter klar.
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Me schrieb:
am 28. Juni 2011 um 14:13:16
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meds
hi, bei mir fingen die Panikattacken 2009 an. Nehm dagegen Efforex und Cipralex. Ohne Valium geh ich nicht aus dem Haus. Ein Faktor, der
dafuer verantwortlich ist, war eine zu Hohe Dosis meiner Schilddruesenhormone. Das Problem mit Anxiety attacks besteht darin, dass man krampfhaft alles versucht, dass diese nie wieder auftreten. d.h. vermeiden jedlicher "gefaehrlicher" Situationen.
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Heidi schrieb:
am 28. Juni 2011 um 13:51:40
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Halle
In Zeiten wo es keiner Sicherheiten gibt, ist es kein Wunder, dass die Menschen unter Angstzuständen leiden. Mich widert diese
Gesellschaft einfach nur an, in der nur Geld und Macht zählen!
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