09.05.2008, 17:03 Uhr | Uwe Kauss
Zu Spargel passt nur Weißwein. (Foto: dpa)Mit der lang ersehnten Frühlingssonne kommt nun auch der Spargel in die Verkaufskisten von Supermärkten und Marktständen. Das Winterwetter im März und April hat den üblichen Verkaufsbeginn um mehr als zwei Wochen verzögert, den ersten Freilandspargel werden die Bauern nun erst Mitte Mai ernten können. Dann taumelt Deutschland im Spargelwahn: In keinem Land Europas sind die schmackhaften Stangen so populär wie hier. Mit der richtigen Weinempfehlung lässt sich das Kultgemüse noch besser genießen. Hier gibt’s die richtigen Weintipps der Redaktion, um den Spargelspaß noch größer machen.
Tipps Die richtige Rebsorten zum Spargel
Rotwein zu Spargel? Gar keine gute Idee! Die kräftigen Gerbstoffe des Rotweins und die Bitterstoffe im Spargel verstärken sich und verursachen so einen heftigen Aroma-Unfall. Am besten passt ein Weißwein. Aber nicht jeder! Wer kein Risiko eingehen will, sollte heimische Gewächse dazu kombinieren. Vor allem den frischen Jahrgang 2007 hat die lange Herbstsonne zur Ernte verwöhnt. Er bringt alles an Fruchtaromen und Säurespiel mit, was mit Spargel harmonisiert.
Aber nicht alle Rebsorten unter den deutschen Weinen eignen sich gut: Die Bitternoten sowie die intensive Süße des Spargels verträgt sich ebenfalls nicht mit sehr kräftigen, säurebetonten Sorten. Wuchtiger Chardonnay aus dem Holzfass oder der immer populärer werdende Sauvignon Blanc mit grasigen Paprikanoten sind meist nicht die richtige Wahl – ihr Aroma würde den feinen Spargelgeschmack sofort überdecken. Auch eher schlichter Riesling, etwa aus der Pfalz oder Rheinhessen, ist nicht der perfekte Partner. Etwas Restsüße sollte dabei sein, etwa mit einer halbtrockenen Spätlese, der fruchtig-spritzigen Ausbauvariante „Riesling Classic“ oder einem leichten, eleganten Mosel-Riesling. Diese Empfehlungen sollen aber nur als Orientierungshilfe dienen – schließlich kommt es immer auf den einzelnen Wein und die persönlichen Vorlieben an.
Mit den klassischen deutschen Rebsorten kann der Spargel-Genießer dagegen wenig falsch machen: Dazu gehören Silvaner, Grau- und Weißburgunder sowie Rivaner. Hinter Rivaner verbirgt sich eine der am meisten angebauten deutschen Sorten – der Müller-Thurgau. Beide sind lediglich verschiedene Bezeichnungen derselben Sorte. Mit einer Nuance: Deutsche Rivaner werden, anders als der Müller-Thurgau, meist trocken ausgebaut und kommen mit leichten Apfelnoten, Muskattönen und leichter, spritziger Säure daher. Und das passt deutlich besser als der traditionelle Müller-Thurgau mit seiner oft pappigen Süße.
Uwe Kauss
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