17.01.2012, 11:33 Uhr
Medikamente und Mineralstoffpräparate: Wechselwirkungen werden oft unterschätzt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
"Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker." Diesen Rat nehmen viele Patienten nicht ernst. Die Gefahr von Wechselwirkungen bei Arzneimitteln unterschätzen viele offenbar: Laut einer Studie in Bayern ist jeder sechste Kunde betroffen. Bei jedem 200. könne die Wechselwirkung sogar lebensbedrohlich sein, teilte die Bayerische Landesapothekenkammer mit.
Probleme gibt es demnach vor allem mit Mineralstoffpräparaten wie Eisen, Magnesium, Zink oder Calcium sowie mit Blutdruckmitteln, Schmerzmitteln und Antidepressiva. "So kann zum Beispiel der Stimmungsaufheller Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille vermindern. Mineralstoffpräparate können die Wirkung bestimmter Antibiotika aufheben", heißt es in einer Mitteilung der Bayerischen Landesapothekenkammer. Auch Mineralstoffpräparate untereinander können sich beeinträchtigen und weniger Wirkung zeigen. So sollten zum Beispiel Eisen und Zink oder Kalzium und Magnesium nicht zusammen, sondern zeitlich versetzt eingenommen werden. Den sorglosen Umgang mit frei verkäuflichen Präparaten sieht Kammer-Vizepräsident Ulrich Koczian besonders kritisch. "Viele meinen, das ist nicht verschreibungspflichtig, das ist harmlos", sagte er. "Der Patient braucht dennoch die Information, dass er aufpassen muss."
Für die Studie hatten 96 bayerische Apotheken im Juli 2011 insgesamt 21.000 Kunden befragt. Die Apotheker wollten wissen, welche Präparate sie einnehmen. Für die jeweiligen Wirkstoffe wurde erfasst, welche möglichen Reaktionen mit anderen Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmitteln es gab. 82 Prozent der Wechselwirkungen seien durch die Beratung in der Apotheke geklärt worden, berichtete die Kammer. Bei weiteren acht Prozent sei der behandelnde Arzt eingeschaltet worden. Die restlichen zehn Prozent seien an den Arzt zurückverwiesen worden, erläuterte Koczian. Wir nennen im Folgenende einige Medikamentenwirkstoffe und Präparate, die nicht zusammen eingenommen werden sollten.
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Die Wirkung von Acetylsalicylsäure (ASS) wird besonders bei Kopf- und Gliederschmerzen geschätzt. Neben den schmerzstillenden Eigenschaften blockiert ASS die Zusammenlagerung der Blutplättchen. Diese ist aber wichtig, damit sich Wunden kurz nach einer Verletzung wieder schnell schließen. Der Wirkstoff Phenprocoumon ist vor allem im Medikament Marcumar enthalten, das bei Menschen mit künstlichen Herzklappen, Bypässen oder auch zur Vorbeugung von Thrombosen nehmen müssen. Es macht das Blut "dünner". In Kombination mit dem Wirkstoff ASS kann es dazu führen, dass Wunden sich nicht verschließen und es auch bei leichten Verletzungen zu starken Blutungen kommt. "Die Blutgerinnung wird sozusagen auf doppeltem Wege ausgeschaltet," erklärt Professor Thomas Beck, Vorsitzender der Arzneimittelkommission deutscher Apotheken. "Die Betroffenen müssen nicht einmal eine äußerliche Wunde haben, vielmehr können auch innere Blutungen auftreten, die man nicht bemerkt und die sehr gefährlich sein können."
Ibuprofen steckt unter anderem in Medikamenten gegen Kopfschmerzen, Fieber und Entzündungen - den Wirkstoff bekommt man in der Apotheke rezeptfrei, erst bei höherer Dosierung ist er verschreibungspflichtig. Die Nebenwirkungen von Ibuprofen sind allerdings nicht zu unterschätzen. Der Wirkstoff greift die Magenschleimhaut an und blockiert die Bildung neuer Schleimhaut. Das erhöht die Gefahr von Magenblutungen, Magenschleimhautentzündungen oder es kommt schlimmstenfalls zum Magendurchbruch. Cortison in seinen verschiedenen Formen wird bei Neurodermitis, multipler Sklerose oder auch bei Rheuma verschrieben. In hoher Dosierung ist es verschreibungspflichtig. In Kombination mit Ibuprofen verstärkt das oral eingenommene Cortison die negative Wirkung des Ibuprofens auf die Magenschleimhaut. Das kann schwerwiegende Folgen haben.
Sildenafil kommt als Wirkstoff vor allem im Potenzmittel Viagra vor. Seit 2006 wird der identische Wirkstoff auch bei Lungenhochdruck eingesetzt. Das Potenzmittel Viagra sollte nicht von Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingenommen werden. Sildenafil ist zwar in allen Darreichungsformen verschreibungspflichtig, oft wird jedoch vergessen, dass gleichzeitig Nitrate als blutdrucksenkende Herz-Medikamente eingenommen werden. In Kombination mit dem Viagra-Wirkstoff Sildenafil bewirkt dieses Duo, dass sich die Blutgefäße zu stark über längere Zeit erweitern. "Das Blut versackt sozusagen in den Venen", so Professor Beck "dadurch wird der Rückfluss des Blutes zum Herzen zu stark vermindert." Das kann zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall führen.
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PoldiBeckmann schrieb:
am 21. Januar 2012 um 15:29:47
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selbst schuld
Die Leute schlucken alles durcheinander ohne mal zu hinterfragen WAS sie da schlucken. Ich behandle fast alles mit meinem
Homöopathie Buch von Petra Maria Scheid. Da hab ich keine Angst vor Neben- oder Wechselwirkungen.
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siggi schrieb:
am 18. Januar 2012 um 11:38:05
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Krank ohje?
Jede Chemie ist Gift und birgt Nachteile,aber was will man machen wenn man sie nehmen muss,wie ich.
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tztztz schrieb:
am 18. Januar 2012 um 11:20:23
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@Stefanie
Was, glauben Sie, sind eigentlich homöopathische Mittel?? Es sind genau wie pharmazeutisch hergestellte Arzneimittel Stoffe, die
zwar die Natur darbietet, die aber ebensolche Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen untereinander oder mit Medikamenten haben. Auch hier ist also die gleiche Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung mehrerer Mittel erforderlich. Auch die Homöopathie kann Schaden anrichten - sie ist KEIN WUNDERMITTEL mit ausschließlich positiver Wirkung!
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