09.07.2009, 11:06 Uhr | bri
Wasserasseln leben in unserem Trinkwasser. (Foto: dpa)Was wie Rost in oder an Wasserleitungen aussieht, sind offenbar Kadaver und Ausscheidungen von Wasserasseln. Das berichtet das Internetportal der "Süddeutschen Zeitung" und schildert wie Wasserasseln in der brandenburgischen Kleinstadt Brieselang für Aufregung sorgten. Dort seien die Tiere sogar aus dem Wasserhahn herausgekommen. Wasserforscher überrascht das nicht: Die Tiere seien bundesweit ein Problem.
Wie "suedeutsche.de" schreibt, hatte ein Bewohner von Brieselang die Tiere in seinem Leitungswasser gefunden und die Lokalpresse informiert. Die Folge: Feuerwehren fuhren nachts durch den Ort, warnten mit Lautsprechern vor dem Trinkwasser und das Gesundheitsamt empfahl, Wasser vor dem Zähneputzen und vor dem Trinken abzukochen.
Ursache des Alarms waren Wasserasseln. Die Zeitung zitiert den Wasserforscher Günter Gunkel von der TU Berlin. Angeblich seien Wasserasseln bundesweit ein Problem und Wasserwerke würden nur ungern darüber reden. Die bis zu zwei Zentimeter langen Tiere leben in den Rohrleitungen und krallen sich dort fest. Ihr Kot und die Kadaver der Tiere werden aus dem Wasserhahn gespült. Schädlich für die Gesundheit seien die Asseln und ihre Reste nicht.
Wasserproben der TU Berlin ergaben, dass vermeintliche Rostablagerungen in Wirklichkeit Kot von Asseln sei. Laut Gunkel seien die Ablagerungen in Wasserleitungen norddeutscher Städte zu 30 bis 70 Prozent Asselkot. Vor allem in Nord- und Ostdeutschland seien die Tiere im Wasser zu finden, weil Leitungswasser dort oft aus Oberflächenwasser, wie etwa Talsperren gewonnen wird. Dort hätten die Asseln bessere Überlebenschancen als in Süddeutschland, wo Grundwasser die Hauptquelle für Leitungswasser ist.
Asseln lieben ruhiges und stehendes Wasser. Deshalb bestünde Gefahr, wenn Menschen längere Zeit den Wasserhahn im Haus nicht aufdrehen, zum Beispiel während einer Reise. Abgestorbene Tiere könnten sich an einer Stelle im Leitungssystem sammeln und Keime würden dann durch die Leitungen gespült. Gunkel schätzt, dass dann die Keimbelastung im Wasser überschritten werden könnte und rät davon ab dieses abgestandene Wasser zum Spülen offener Wunden zu nutzen.
Der Wasserforscher hat angeblich auch eine Methode entwickelt, wie man die Tiere bekämpfen könnte. Er will Wasser mit Kohlendioxid anreichern und die Leitungen damit spülen. Das betäube die Asseln und sie ließen sich leicht herausspülen.
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