09.05.2011, 13:52 Uhr
Zeckenweibchen in Nahaufnahme. (Foto: www.zecken.de)
Immer mehr Menschen erkranken an der von Zecken übertragen Infektionskrankheit Borreliose. Nur eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika kann Spätfolgen verhindern. Die Anbieter von Zeckenschnelltests für zu Hause versprechen bereits für zehn Euro ein schnelles Ergebnis. Doch wie zuverlässig sind die Tests und was bringen sie? Wir haben bei Dr. Armin Schwarzbach vom Borreliose Centrum in Augsburg nachgefragt.
Der Labormediziner stuft Schnelltests für zu Hause als unzuverlässig ein. "Die Methode der Wahl ist die PCR-Methode", erklärt Schwarzbach. Bei dieser Untersuchung muss die Zecke in ein Labor eingeschickt werden. Dort wird sie mittels einer so genannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) auf Erreger getestet. Dabei wird die DNA der Zecke vermehrt. Das Ergebnis liegt nach wenigen Stunden vor. Eine solche Laboruntersuchung kostet circa dreißig Euro und muss selbst bezahlt werden. Sie sei auch zuverlässiger als eine Blutuntersuchung des Patienten. Schwarzbach erklärt weshalb: "Borrelien finden sich nicht primär im Blut, sondern im Gewebe."
Ob sich der Test bei jedem Zeckenstich lohnt, ist für Schwarzbach eine Frage des persönlichen Sicherheitsrisikos: "Eine goldene Regel gibt es nicht. Das ist wie beim Auto: Wollen Sie mehrere Airbags oder genügt Ihnen einer?" Wer häufig Zeckenstiche hat und nicht jedes Mal eine Laboruntersuchung machen möchte, kann sich auch nach dem Stich gründlich beobachten: Tritt die so genannte Wanderröte auf? Sind Anzeichen einer Sommergrippe vorhanden? Spätestens dann sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden. In jedem Fall sei es wichtig, die Zecke schnell und gründlich zu entfernen und sie danach nicht wegzuwerfen. "Das Corpus delicti hat eine rechtliche Bedeutung für die Unfallversicherung", so Schwarzbach.
Im Frühling steigt die Gefahr, von Zecken gebissen zu werden. Sie können FSME und Borreliose übertragen. So schützen Sie sich. zum Video
Kritiker der Zeckentests wenden ein, dass eine Infektion der Zecke mit Borreliose noch nicht bedeutet, dass die Krankheit tatsächlich auf den Menschen übertragen wurde. Sie warnen vor einer unnötigen Therapie aufgrund eines positiven Testergebnisses. Das sieht Laborfacharzt Schwarzbach anders. Er hat tagtäglich mit Menschen zu tun, die an den schweren Folgen einer unerkannten Borreliose leiden. Für ihn steht fest: "Wenn die Zecke positiv ist, muss der Patient mit Doxycyclin behandelt werden." Allerdings auch nur dann. Präventiv nach einem Zeckenstich Antibiotika zu verordnen, hält er nicht für sinnvoll. "Da überwiegt das Risiko der Nebenwirkungen."
Der beste Schutz vor Borreliose ist, sich erst gar keinem Zeckenstich auszusetzen. Denn in ihrem frühen Entwicklungsstadium als Larven sind die Tiere mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Daher bleibt ein Stich oft unbemerkt. Die größte Gefahr geht von den Tieren im nächstgrößeren Entwicklungsstadium aus: "Diese Nymphen am meisten mit Borrelien verseucht", warnt Zeckenexperte Schwarzbach. Er rät deshalb dringend zu vorbeugenden Maßnahmen wie Zeckensprays, langer Kleidung und festem Schuhwerk. Ebenso unerlässlich sei es, sich nach einem Aufenthalt im Freien gegenseitig gründlich abzusuchen.
Ratgeber Zeckenbiss
Erhöhte Zeckengefahr durch milden Winter?
hugo schrieb:
am 6. Juli 2011 um 19:45:08
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Zecke
War durch Borelliose ein halbes Jahr gelähmt un d war kurz vor Lebensende.
6 Ärzte haben die Krankheit nicht erkannt. jetz bin ich
nach ca. 10 Behandlungen, außer gewissen Schüben wieder hergestellt.
Also höchste Gefahr.
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didi schrieb:
am 28. Mai 2011 um 10:20:47
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Zecken
Meine Brüder und Ich, wir sind im Waldreicher Gegend aufgewachsen. Zecken / Holzböcke waren da an der Tagesordnung. Aber keiner hat
solch ein Theater um das Zeug gemacht wie heutzutage in den Medien. Bei der heutigen Freizeitgestaltung frag ich mich, wer da noch in die Natur geht. Und das wir informiert sind, das wird heute ja überall behauptet. Warum also das Theater über diese Erscheinung? Sollen wir uns zu Hause einschliesen, oder die Natur meiden? Die Medien sollten ihr Handeln überdenk
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Gustavo schrieb:
am 24. Mai 2011 um 23:06:36
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Italia Zecken
Wir haben auch viele viele Zecken in Norditalien und keiner weiss in Italien Bescheid! Mamma mia. Guter Bericht, den es auch in
Italien geben sollte. Vermutlich haben wir auch viele Borrelien-Kranke hier in Bozen und Umland. Nochmals danke für diese wichtigen Infos.
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