13.05.2011, 08:19 Uhr | dapd, t-online.de
Vor der Blutentnahme sollten Diabetiker immer die Hände waschen. (Foto: imago)
Ein Tropfen Blut reicht aus, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Ein kleiner Pieks in den Finger, fertig. Aber viele Diabetiker machen beim Blutzuckermessen Fehler. Und auch beim Insulinspritzen läuft manches schief. Diese Fehler sollten Diabetiker vermeiden.
Wenn man das Blut an der Fingerkuppe entnimmt, sollte man sich vor dem Blutzuckermessen unbedingt die Hände waschen, schreibt das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber". Denn hat man zum Beispiel kurz zuvor eine Orange gegessen, können Reste von Fruchtzucker an den Händen das Messergebnis verfälschen. Auch Rückstände von Seife, Desinfektionsmitteln und Creme können sich bei der Messung bemerkbar machen.
Viele Diabetiker stechen mitten in die Fingerkuppe, dabei ist dies eine besonders schmerzempfindliche Stelle. Zudem stechen viele tiefer und fester als nötig. Weniger schmerzhaft ist der Pieks seitlich der Fingerkuppe. Ärzte warnen davor, den Finger regelrecht auszuquetschen, um einen Blutstropfen zu gewinnen. Dabei kann sich Lymphflüssigkeit mit dem Blut mischen und die Blutzuckerwerte verändern. Sanfter Druck genügt.
Diabetiker müssen mehrmals täglich den Blutzuckerwert messen. Wie man dabei Fehler vermeidet. zum Video
Weitere Fehlerquellen ergeben sich bei der Handhabung der Teststreifen. Wenn diese feucht werden, direktem Sonnenlicht oder extremen Temperaturen ausgesetzt werden, stimmen Messergebnisse nicht. Daher wird beispielsweise wegen der hohen Luftfeuchtigkeit davon abgeraten, den Blutzuckerspiegel im Badezimmer zu messen. Man sollte die Oberfläche der Streifen auch nicht mit den Fingern berühren, weil dann Hautfett und Schmutz haften bleiben können.
Schließlich ist es wichtig, die Messwerte konsequent mit Datum und Uhrzeit in einem Blutzuckertagebuch aufzuschreiben. Notieren Sie außerdem Insulindosis und Kohlenhydratmenge sowie alle Besonderheiten, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen können. Diese Dokumentation ist wichtig, damit der Arzt die Behandlung optimal anpassen kann.
Auch beim Insulinspritzen machen Diabetiker häufig Fehler. Laut "Diabetes Ratgeber" hat eine Studie ergeben, dass nur jeder dritte Diabetiker vor einer Injektion prüft, ob der Pen richtig funktioniert - dies ist die speziell konstruierte Insulin-Spritze. Ein Tipp aus der Praxis: Einheiten einstellen und den Pen einmal im leeren Zustand drücken. Bei gestörter Mechanik besteht die Gefahr, dass nicht exakte die richtige Insulinmenge abgegeben wird. Vor allem Diabetiker, die sich größere Einheiten spritzen müssen, sollten dies nicht zu schnell tun, sonst entstehen schmerzhafte blaue Flecken. Generell sollte man die Einstichstelle öfter wechseln, "sonst bilden sich unschöne, bleibende Verklumpungen im Gewebe," so schildert es ein Betroffener.
Außerdem ziehen zwei von drei Diabetikern die Nadel zu schnell wieder heraus, so dass Insulin in den Stichkanal zurücklaufen kann. Gerade wenn nur kleine Einheiten Insulin gespritzt werden, ist es wichtig, dass jeder Tropfen in den Körper gelangt. Diabetes-Experten raten daher, damit zehn Sekunden nach dem Einspritzen zu warten. Die Nadel sollte regelmäßig ausgetauscht werden, da sich die filigrane Spitze mit jedem Einstich etwas abnutzt. Spätestens wenn der Stich schmerzt, ist es Zeit für einen Wechsel.
Verwechslungsgefahr besteht, wenn Patienten zwei Sorten Insulin spritzen müssen - kurz- und langwirkendes: "Verwenden Sie dafür möglichst Pens unterschiedlicher Form und Farbe", lautet der Expertenrat. Verwechslungen können zu gefährlichen Stoffwechselentgleisungen führen. Das kurz wirksame Insulin wird am besten in den Bauch gespritzt, lang wirkendes ins Gesäß oder in den Oberschenkel. Aus dem Bauch gelangt es schneller ins Blut, aus dem Gesäß und Oberschenkel langsamer.
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Quelle: t-online.de
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