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Verbraucherschutz: So testet die Stiftung Warentest

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Warum die Stiftung Warentest Teddys quält

04.09.2009, 17:01 Uhr | dpa, Lars Rischke / t-online.de

Achtung Abzocke: Immer wieder ziehen Betrüger Verbrauchern das Geld aus der Tasche. (Foto: imago)

Achtung Abzocke: Immer wieder ziehen Betrüger Verbrauchern das Geld aus der Tasche. (Foto: imago)

In den Prüflaboren der Stiftung Warentest geht es manchmal richtig hart zur Sache. Die seit 45 Jahren bestehende Institution für Verbraucherschutz hat nun einen seltenen Blick hinter ihre Kulissen gewährt. Kleine Kinder sollten hier besser nicht hinsehen: Mit Wucht zerrt eine Maschine immer wieder am Knopfauge eines Teddybären. "Das sieht brutal aus, ist aber notwendig", heiß es zur Erklärung. Der Test simuliert die Zähne eines Kleinkindes. "Kinder nehmen ja fast alles in den Mund", sagt der Tester, der für ein Prüfinstitut in der Nähe von Chemnitz arbeitet und wie seine Kollegen anonym bleiben soll.

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Teddy im Härtetest

Mit der Untersuchung will das Institut im Auftrag der Stiftung Warentest herausfinden, ob sich die Augen auch wirklich - wie vom Hersteller angegeben - schwer abreißen lassen. Kinder könnten sich daran verschlucken, erklärt Holger Brackemann, der bei der Stiftung für die Tests verantwortlich ist.

Staubsauger auf der Rüttelstrecke

Überall in den Laboren brummen und kreischen Geräte. In einem Zimmer zieht eine Maschine immer wieder einen Staubsauger über eine spezielle Rüttelstrecke und simuliert damit den jahrelangen Gebrauch. "Wenn Sie staubsaugen, ziehen Sie das Gerät ja auch immer mal wieder über eine Türschwelle oder stoßen gegen einen Türpfosten", erklärt der Geschäftsführer des Instituts.

Kühlschränken wird eingeheizt

Ein paar Türen weiter testet ein anderer Mitarbeiter Kühlschränke. Den Raum kann er auf Temperaturen von 10 bis 43 Grad erhitzen. "Die Geräte reagieren auf die Umgebungstemperatur", sagt er. Es mache einen großen Unterschied, ob ein Kühlschrank im Keller steht oder etwa in der Küche direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Der Prüfer untersucht, wie schnell das Innere der Geräte auf eine Temperatur von 6 bis 10 Grad abkühlt und wie viel Energie dabei verbraucht wird.

600 Kilogramm Kaffee verpulvert

Für die Tests wird weder an Aufwand und Kosten, noch an Material gespart. Für einen Test von Espressomaschinen, zum Beispiel, wurden 600 Kilogramm Kaffeebohnen verbraucht, wie Brackemann berichtet.

Kekse backen für den Verbraucherschutz

Das Lieblingswort der Tester heißt "normiert". Für alles gibt es Vorschriften: Wie die Geräte zu beladen sind, in welchen Zyklen sie an- und ausgestellt werden und natürlich wie lange der Test zu dauern hat. Ein weiterer Mitarbeiter prüft Herde. Dazu backt er mit seiner Kollegin Plätzchen. Später kann er anhand einer Tabelle den Bräunungsgrad feststellen und schlussfolgern, ob der Herd gleichmäßig Hitze abgibt. Die Zutaten für die Plätzchen sind natürlich auch normiert.

Normen gehen über alles

Es gibt sogar normierten Schmutz für Waschmaschinentests - dazu gehören unter anderem Rotwein, Blut oder Milch. Und es gibt normierten Staub für die Überprüfung von Staubsaugern, der genau nach Vorschrift in einen Teppich eingearbeitet wird. "Die Normen sind sehr wichtig, damit die Testergebnisse besser verglichen werden können", sagt Holger Brackemann. Mit den Tests werden immer Institute beauftragt. "Aber wir kaufen die Produkte selbst im Handel", sagt der Obertester.

Eingekauft wird anonym

Hunderte Mitarbeiter kaufen in allen Ecken Deutschlands Waren ein. Bezahlt wird bar, auch das dient der Anonymität. Wenn etwa ein Test mit Kaffeemaschinen oder Fahrrädern ansteht, kommt rasch ein Betrag von mehreren zehntausend Euro zusammen. Denn meistens werden drei gleiche Geräte besorgt. Ergibt der Test an einer Maschine ein mangelhaftes Ergebnis, wird er wiederholt. Fällt die Prüfung dann positiv aus, muss ein dritter Durchlauf Klarheit bringen.

Testurteile warnen Verbraucher vor Gefahren

Noch immer fallen Urteile verheerend aus: Erst vor kurzem fanden die Prüfer bei einem Test erneut zahlreiche Schadstoffe in Kinderwagen. Die Unternehmen erhalten auf Wunsch Einsicht in die Testergebnisse, bevor sie die Stiftung in ihren Publikationen wie "Test" und "Finanztest" veröffentlicht. Natürlich sind nicht alle Firmen mit dem Resultat zufrieden. "Aber wir sind noch nie zu Schadenersatz verurteilt worden", sagt "Test"-Chefredakteur Hubertus Primus.

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dpa, Lars Rischke / t-online.de  

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