18.12.2009, 11:10 Uhr | vdb
Die Beimischung von Analogkäse war einer der größten Verbraucherskandale 2009. (Foto: imago)Analogkäse, Mogelpackungen und Wein mit Antibiotika. 2009 hatten Experten für Verbraucherschutz einiges zu bemängeln, und den Kunden wurden viele trügerische Produkte untergejubelt. Wir zeigen die sieben größten Verbraucherskandale und lassen abstimmen: Was hat Ihnen 2009 nicht geschmeckt?
Analogkäse und Co. Die sieben größten Verbraucherskandale 2009
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Im April 2009 geriet der sogenannte Analogkäse in die Schlagzeilen. Dem nichtsahnenden Verbraucher wird anstelle von Käse ein Gemisch aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß und Stärke untergemogelt. Auf Snacks aus Back-Shops und in Fertiggerichten findet sich der billigere Käseersatz, der mit dem Milchprodukt nicht mehr als seinen Namen gemeinsam hat. Was dem Verbraucherschutz zuwider läuft: Analogkäse muss nicht als solcher auf der Packung gekennzeichnet werden. Stattdessen weisen Informationen wie "Lebensmittelzubereitung aus Pflanzenfett", "überbacken" oder "Zubereitung mit Käse" auf Analogkäse hin. Ausdrücke wie "Käseimitat" werden von den Herstellern bewusst vermieden.
Aber nicht nur beim Käse, auch beim Schinken wird gemogelt. So deckten hessische Verbraucherschützer auf, dass dem Kunden in jeder fünften Gaststätte Imitatschinken vorgesetzt wird. Imitatschinken wird auf der Verpackungen als "Formschinken" bezeichnet. Der in der Produktion günstigere Schinken wird aus Muskelstücken zusammengesetzt. Die Fleischstücke werden nach dem Pökeln so lange in einer Trommel bewegt, bis das Fleischeiweiß austritt. Die Masse wird in Kunstdärmen zusammengefügt und anschließend gegart. Dadurch entsteht ein schnittfester Formfleisch-Schinken oder Formfleisch-Vorderschinken.
Die neuen Verpackungen vieler Produkte sehen im Supermarktregal schön aus, gehören aber zu einer der größten Verbraucher-Täuschungen des Jahres. Im April 2009 hat die EU die verbindlichen Verpackungsgrößen und Füllmengen für Lebensmittel abgeschafft. Seit dem sind viele Produkte teurer geworden. Tückisch ist, dass sich dies nicht sofort vom Preisschild ablesen lässt. Stattdessen bekommt der Käufer weniger Inhalt zum gleichen Preis. Verbraucherschützer fanden viele Beispiele für Mogelpackungen: So wiegt der Schokoriegel "Milky Way" nur noch 22 statt 26 Gramm. In einer Packung "Corny" stecken nur noch sechs statt zehn Müsliriegel und es wurden Schokoladentafeln gefunden, die statt 100 nur noch 95 Gramm schwer sind.
Nicht nur Packungen mit weniger Inhalt, sondern auch die daraufstehenden Werbesologans sorgten 2009 für Schlagzeilen. So wurde die Werbung für den Danone-Drink "Actimel" von der Verbraucherschutz-Organisation "Foodwatch" zur "dreistesten Webelüge" des Jahres gekürt. Der Grund: "Actimel" schützt nicht, wie in der Werbung suggeriert, vor Erkältungen, sagt Foodwatch. Der Drink stärke das Immunsystem genauso gut wie wie andere probiotische Joghurts. Dabei ist er teurer und zuckerhaltiger.
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