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Verbraucher: Wie Lebensmittelhersteller bei Zucker, Fett und Kalorien mogeln

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Wie Hersteller bei den Nährwerten mogeln

03.03.2008, 12:28 Uhr | cme

Die neuen Nährwertangaben: Mogelei oder Hilfe für Verbraucher? (Foto: T-Online)Die neuen Nährwertangaben: Mogelei oder Hilfe für Verbraucher? (Foto: T-Online)Wer beim Gang durch den Supermarkt versteckten Fett- oder Zuckerfallen entkommen will, hat es immer noch schwer. Zwar prangen seit einigen Monaten auf vielen Packungen deutlich sichtbare Nährwertangaben, doch bei dieser freiwilligen Kennzeichnung mogeln offenbar viele Hersteller. Sie schummeln beispielsweise die Portionen kleiner oder verwenden zu hoch angesetzte Zucker-Empfehlungen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die gängigsten Tricks entlarvt.

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Kalorienangabe auf der Vorderseite

Bereits seit mehreren Monaten stehen Produkte im Regal, auf denen der Kalorien-, Fett- oder Zuckergehalt pro Portion gut sichtbar zu lesen ist. Gleichzeitig wird vermerkt, zu wie viel Prozent eine Portion die empfohlene Tagesmenge deckt. Dabei entspricht eine Portion beispielsweise einem Schokoriegel oder einem Getränk von 250 Millilitern. Zu finden sind die Angaben beispielsweise auf Cola, Limo, Cornflakes, Schokoriegeln und Fertiggerichten.

Schön gerechnete Portionsgrößen

Besonders geschickt schummeln die Hersteller offenbar bei den Portionsgrößen. Denn ob in eine Müsli-Schüssel 30 oder 60 Gramm Cornflakes passen, hängt schließlich von der Größe der Schale ab. Ist von gesunden Nährwerten, wie Ballaststoffen die Rede, geht beispielsweise der Hersteller Kellogg's von der größeren Menge aus. Auf der gleichen Packung wird jedoch beim Zuckergehalt die kleine Portion zugrunde gelegt. Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Obwohl viele Produkte wie Frühstücksflakes bevorzugt von Kindern verzehrt werden, gehen die Hersteller bei ihren Angaben stets von den Empfehlungen für Erwachsene aus.

Beim Zucker mogeln fast alle

Die Werte, die den Empfehlungen zugrunde liegen, wurden nach Angaben von Fritz Schröder-Senker, Unternehmenssprecher von Masterfoods, vom Europäischen Lebensmittelverband CIAA entwickelt. Die eigens von der Industrie entwickelten Werte ähneln zwar wissenschaftlichen Empfehlungen, zum Beispiel denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), entsprechen ihnen aber nicht zu 100 Prozent. So gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keinen Tagesbedarf an Zucker, sondern lediglich eine vertretbare Höchstmenge. Diese liegt laut DGE bei 50 bis 60 Gramm. Die Hersteller gehen bei ihren Angaben allerdings stets von einer "Tagesempfehlung" von 90 Gramm pro Tag aus. Das Ergebnis: Die Zuckermenge sieht im Vergleich zur "Tagesempfehlung" verhältnismäßig klein aus.

Nährwert-Angaben contra Ampel-Kennzeichnung

Mit der Kennzeichnung wollen die Lebensmittelhersteller das in Großbritannien praktizierte Ampelsystem verhindern. Dort bekommen Produkte mit hohem Fett- oder Zuckergehalt einen roten Punkt, gesunde einen grünen und grenzwertige Lebensmittel einen gelben Punkt - gut sichtbar auf der Vorderseite. Sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene wird derzeit über ähnliche Kennzeichnungen nachgedacht. Verbraucher sollen es damit einfacher haben, ungesunde Lebensmittel zu erkennen. Die Verbraucherzentralen halten eine solche Ampel-Kennzeichnung für einfacher. Sie ermögliche beispielsweise einen direkten Vergleich zwischen zwei Produkten.

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