18.05.2009, 17:43 Uhr | mou
Auch die Bäckerei Ditsch verwednet Analog-Käse (Stand Mai 2009). Die Produktion soll aber wieder auf echten Käse umgestellt werden. (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)Der Pizzabelag sieht aus wie Käse, ist aber keiner. Immer häufiger verwenden Hersteller von Tiefkühlbaguette oder anderen Fertigprodukten ein künstliches Imitat statt richtigem Käse. In der Fachsprache wird das "Analog-Käse" genannt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat jetzt verschiedene Produkte unter die Lupe genommen und eine Liste mit den Produkten ins Internet gestellt. Beim Blick auf die Zutatenliste zeigte sich, dass der Konsument mit geschickten Formulierungen über den Käse-Nepp hinweggetäuscht wird. So werden Produkte in Back-Shops oft als "Überbacken" deklariert und damit die Verwendung von richtigem Käse vorgegaukelt.
Käse-Täuschung Wo Analog-Käse enthalten ist
Was wirklich drin ist Lexikon der Käse-Bezeichnungen
Weit gefehlt, wer in Pizza, Lasagne oder Cheeseburger noch richtigen Käse vermutet. „Analog-Käse“ heißt die Mischung verschiedener Bestandteile wie Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke oder Geschmacksverstärkern im Anbieterjargon. Immer häufiger ist sie auf vermeintlich käsehaltigen Fertiglebensmitteln zu finden.
Der Kunstkäse gelangt in der Regel ohne Kennzeichnung auf die Käsestange oder das überbackene Käsebrötchen. „Dadurch wird der Verbraucher irregeführt“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Um eine Kennzeichnung „mit Käseimitat“ zu vermeiden, verwenden einige Anbieter den Hinweis „überbacken“. Auch die Bezeichnung "Lebensmittelzubereitung mit Pflanzenfett" taucht immer mal wieder auf, vor allem bei Belägen für selbstgebackene Pizzas. Anhand eines Cordon Bleu zeigen die Verbraucherschützer noch eine andere Methode: Hier wird eine minimale Menge echten Käses verwendet, und dieser wird dann mit Analogkäse gestreckt. Auf diese Weise darf der Hersteller die Verkehrsbezeichnung "Zubereitung mit Käse" verwenden.
Vor allem in Fast-Food-Restaurants und „Back-Shops“ wird den Verbrauchern der Nepp-Käse untergeschoben. Der Käseschwindel rentiert sich für die Anbieter, denn der falsche Käse ist im Einkauf 30 bis 40 Prozent billiger als echter Käse. Auch für Schafskäse gibt es Imitate, die häufig in Salaten verwendet werden.
Die Verbraucherschützer verweisen auch auf Kontrollen der amtlichen Lebensmittelüberwachung: Angeblich wurden von 115 Proben 31 Proben als Käseimitate identifiziert. Das sind knapp 30 Prozent. Als "großes Dilemma" bezeichnet die Verbraucherzentrale die Geheimhaltung der Namen der Hersteller. „Auch nach Einführung des Verbraucherinformationsgesetzes werden Ross und Reiter nicht genannt. Aus Verbrauchersicht ein untragbarer Zustand“, sagt Valet.
Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert eine bessere Kennzeichnung des Käseimitats auch auf Fertigpackungen. Bei der Verkehrsbezeichnung solle künftig „mit Käseimitat“ stehen, damit der Kunstkäse im Zutatenverzeichnis nicht hinter seinen unauffälligen Einzelbestandteilen versteckt werden kann.
Weitere Informationen zu Analogkäse:
Verbraucherzentrale Hamburg
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mou
Anders Egis schrieb:
am 15. Mai 2012 um 11:34:08
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andersegis@web.de
Ich wills mal so ausdrücken. Auf meinem "Käsekuchen" steht auch "Käse" drauf und is kein Käse drin.
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hasufel schrieb:
am 15. Februar 2011 um 10:44:31
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So ein Käse
Nach der GMO-Verordnung 1234/2007 der Europäischen Union unzulässig, Erzeugnisse, bei denen Milchfett gegen pflanzliches Fett
ausgetauscht wurde, mit dem Namenszusatz „Käse“ zu bezeichnen. Daher sind Bezeichnungen wie „Kunstkäse“ oder „Analogkäse“ nicht gestattet.
Daher steht es logischerweise auch nicht auf den Verpackungen, weil es nicht gestattet ist. Ist also alles absolut rechtens.
Je mehr Gesetzte und Verordnungen, desto mehr Schlupflöcher.
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