26.07.2011, 14:23 Uhr | vdb
Verbraucher: Bei Tiefkühlkost wird mit dem Abtropfgewicht häufig gemogelt. (Foto: imago)
Dass in vielen Packungen fast mehr Luft als Inhaltsteckt, ist mittlerweile bekannt. Doch auch beim Abtropfgewicht von Konserven und Tiefkühlprodukten wird geschummelt. Das fand die Redaktion der WDR-Sendung "Markt" in Zusammenarbeit mit dem Eichamt Köln heraus. 68 Produkte wurden untersucht. Bei 43 Prozent war weniger drin als auf der Packung angegeben.
Beim Eichamt wurden unter anderem Tiefkühl-Garnelen gewogen, die zuvor von ihrer Eisschicht befreit worden waren. Das Ergebnis: In einer Packung fehlten 14 Gramm. Das macht für den Verbraucher 18 Cent aus, die er zu viel bezahlt. In einer Packung vom Discounter Lidl fehlten sogar 20 Gramm, was den Kunden 25 Cent zu viel kostet. Das Eichamt schätzt, dass eine Familie auf diese Weise rund 150 Euro für Luft und Wasser ausgibt, so der WDR.
"Die Verbraucher sind in jedem Fall die Dummen", sagt Isabelle Mühleisen von der Verbraucherzentrale NRW gegenüber "Markt". "Sie zahlen an der Kasse mehr als sie müssten und erhalten weniger Ware. Das mag pro Verbraucher im Cent-Bereich liegen, doch pro Jahr summieren sich diese Beträge in Millionenhöhe." Das gehe zu Gunsten der Hersteller und zu Lasten der Verbraucher, erklärt die Expertin.
Getäuscht wird aber nicht nur bei Tiefkühl-Garnelen: Auch bei Pilzen, Tomaten und Pfirsichen aus der Dose und Zwiebeln aus dem Glas stimmten die Angaben auf den Packungen mit dem amtlich gemessenen Abtropfgewicht nicht überein. Zwischen drei und neun Cent kostet den Supermarktkunden dieser Schumme, so der WDR.
Auch Friedhelm Braun vom Eichamt Köln, der für die Sendung das Abtropfgewicht gemessen hat, ist von den vielen Abweichungen überrascht: "Das hätte ich von meiner Seite nicht erwartet." Verantwortlich für das schlechte Ergebnis macht Mühleisen das Wirtschaftsministerium. "Die Zahl der Kontrollen in Nordrhein-Westfalen ist zu gering. Im bundesweiten Vergleich gehören wir zu den Schlusslichtern." Allerdings ist davon auszugehen, dass Packungen mit falschen Angaben und zu viel Wasser meist bundesweit vertrieben werden.
Die Eichämter haben den gesetzlichen Auftrag, regelmäßig bei den Herstellern Kontrollen durchzuführen. Hier sei zu wenig Personal beschäftigt, im nächsten Jahr solle jedoch aufgestockt werden, berichtet der WDR.
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vdb
cc schrieb:
am 27. Juli 2011 um 18:40:13
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(0)
mogeln
Überall wo der Staat kontrolliert ist das Fiasko vorprogrammiert.In die Gesetze müsste geschrieben werden, mit welcher Qualität
geprüft werden mass.Der dummer ist der Verbraucher, der sich nun endlich wehren soll. Einfach besdtimmte Firmen meiden. Das wirkt Wunder, gell.
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Günther Faust schrieb:
am 27. Juli 2011 um 16:59:56
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Mehr Wasser, weniger Inhalt
Zitat: "... zu wenig Personal beschäftigt, im nächsten Jahr solle jedoch aufgestockt werden."
Das ist
löblich. Wenn die Kontrolleure dann noch ihre Arbeit im Sinne des Gesetztes tun, dann kann sich etwas ändern. Ich jedoch beweifele das. Überall wird geschmiert und betrogen.
"Schon im kleinsten Handel liegt der Keim des Betrugs. (G.F.)."
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