13.12.2007, 13:35 Uhr | bri/dpa
Lachs gilt als Delikatesse, ist aber oft mit Keimen belastet. (Foto: ddp)Räucherlachs und Graved Lachs sind mit Bakterien belastet. Das ergab eine Untersuchung des Instituts für Lebensmittelwissenschaften im Auftrag der Verbraucherzentrale Hamburg. 40 verschiedene Lachsprodukte wurden im Labor untersucht. In mehr als der Hälfte der Proben fanden die Lebensmittelexperten über eine Million Keime pro Gramm Lachs. Das ist mehr als der Warnwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM). Der Verzehr von derart belastetem Lachs kann Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen auslösen, warnt die Verbraucherzentrale.
Sicher vor Keimen Tipps für den Lachskauf
Die Konzentration von Enterobakterien (Darmkeimen) überschritt bei rund einem Drittel der Produkte den Warnwert der DGHM. Dieser liegt für Darmkeime bei 100.000 Keimen pro Gramm Lebensmittel. Offenbar gelangten die Bakterien während der Herstellung in das Lebensmittel. Bei empfindlichen Menschen können die Bakterien Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auslösen.
Noch gefährlicher sind so genannte Listerien, die in sieben Produkten gefunden wurden. Bei einem gesunden Menschen verläuft eine Infektion mit Listerien etwa wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei Menschen mit schwachem Immunsystem kann es zu Hirnhautentzündungen kommen und Schwangere können gar eine Fehlgeburt erleiden.
Die Lebensmittelexperten der Verbraucherzentrale raten Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem vom Verzehr von Räucherlachs ab. Gesunde Menschen sollten den Lachs am besten drei bis vier Tage vor Ablauf des Verfallsdatums essen. Produkte, die unangenehm riechen sollte man meiden und reklamieren.
Kontrolleure finden sehr oft Keime in Lachsprodukten. Vergangenes Jahr ergaben Untersuchungen, dass 72 von 645 Proben Darmkeimen verseucht waren und den Warnwert der DGHM überschritten. Bei einer weiteren Untersuchung fanden Kontrolleure in jedem zwanzigste Produkt Listerien.
Mehr Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg: www.vzhh.de
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bri/dpa
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