18.12.2008, 15:06 Uhr | cme
Die Portionsgröße hat Einfluss darauf, wie viel wir essen. (Foto: Imago)Dass Bewegungsmangel und zu viel Fastfood der Figur schaden, ist hinreichend bekannt. Aber wussten Sie, dass auch die Schlafmenge und die Löffelgröße unser Gewicht beeinflussen? Oder dass nicht jedes Fett dick macht? Annette Sabersky hat in ihrem Ratgeber Diät! 99 verblüffende Tatsachen (Trias Verlag 2008) die neuesten Erkenntnisse aus der Ernährungswissenschaft zusammengetragen und entlarvt darin auch zahlreiche Diätmythen. So erklärt die Autorin verständlich und überzeugend, warum Darmbakterien beim Abnehmen eine Rolle spielen und warum die meisten Diäten und Schlankheitsmittel nicht helfen.
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Tagtäglich werden wir mit Meldungen und Werbung zum Thema Abnehmen überschwemmt. Pharma- und Diät-Industrie verdienen mit den Schlankheits- und Diätmitteln Millionen. Auch wenn die meisten Menschen wissen, dass verbotene Mittel auch gefährlich sein können, lassen sich noch immer Tausende von unseriösen Versprechungen locken. Autorin Sabersky klärt detailliert und verständlich über die verschiedenen Produkte auf und erklärt, warum auch legale Mittel in der Regel nicht den gewünschten Erfolg bringen. Zudem berichtet sie über die neuesten Erkenntnisse über die Ursachen von Übergewicht.
Die alte Formel "Viele Kalorien gleich Übergewicht" ist längst nicht mehr gültig. So zeigen neue Forschungen, dass dicke und dünne Menschen die Nahrung im Darm unterschiedlich verwerten. Übergewichtige haben demnach sehr effizient arbeitende Bakterien im Darm, während die Bakterien der Schlanken geradezu faul sind und demzufolge viele Kalorien ungenutzt passieren lassen. Zudem scheinen zahlreiche andere Faktoren Appetit und Kalorienverwertung zu beeinflussen: Schlafentzug führt beispielsweise nicht nur zu einem gesteigerten Appetit, sondern zusätzlich noch zu einem gedämpften Bewegungsdrang - weswegen unausgeschlafene Menschen eher an Gewicht zulegen.
Die psychologischen Faktoren des Essens wurden lange Zeit unterschätzt. Dabei ist längst bekannt, dass wir vor dem Fernseher mehr essen als am Esstisch. Nette Gesellschaft oder ein ansprechendes Büffet steigern ebenfalls den Appetit. Sogar die Portionsgröße hat Einfluss darauf, wie viel wir zu uns nehmen. So zeigen Studien, dass die meisten Menschen dazu neigen, den Teller leer zu essen - egal wie viel Essen sich darauf türmt. Auch ein Schokoriegel wird meist ganz gegessen, ganz gleich wie groß er ist. Kein Wunder, dass in Zeit von King-Size-Riegeln und XXL-Menüs das Übergewicht zunimmt.
Eine tröstliche Erkenntnis hat die Autorin zum Schluss: Abnehmen ist möglich, allerdings gibt es dafür kein Patentrezept. Ob jemand mit Sport, mit bewusster Ernährung oder mit einer Kombination aus beidem besser klarkommt, muss jeder selbst ausprobieren. Leider haben einige Menschen es dabei schwerer, denn die Neigung zu Übergewicht wird vererbt. Allerdings beeinflussen die Gene das Gewicht nur etwa zu 50 Prozent. Den Rest hat jeder selbst in der Hand.
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