05.03.2008, 14:00 Uhr | cme/ bri
Intensive Klickerei kann Nackenschmerzen verursachen. (Foto: Archiv)Steifer Nacken, schmerzendes Kreuz: Wer den ganzen Tag vor dem Computer sitzt, leidet häufig unter Nacken- oder Rückenbeschwerden. Dänische Forscher wollten nun wissen, ob die Schmerzen tatsächlich vom Rechner verursacht werden oder vielleicht doch nur von mangelnder Bewegung kommen. Dazu beobachteten sie ein Jahr lang rund 2000 PC-Nutzer, wie der Online-Dienst der Medical Tribune berichtet. Das Ergebnis: Bildschirm und Tastatur sind unschuldig. Zumindest an den Nackenschmerzen ist offenbar die Maus schuld.
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Die Forscher beobachteten das Klickverhalten jedes einzelnen Probanden mit einer speziellen Software, die das Hantieren an Maus und Tastatur dokumentierte. Zusätzlich füllten die Teilnehmer jede Woche einen Fragebogen aus, in dem sie über mögliche Rücken- oder Nackenschmerzen berichteten. Das Ergebnis: Rund sechs Prozent der Männer und neun Prozent der Frauen litten gelegentlich unter Nackenschmerzen, Schulterprobleme traten sogar bei jedem zehnten Nutzer auf.
Die Auswertung der Fragebögen zeigte: Das Schmerzrisiko stieg mit wachsendem Gebrauch der Maus. Nutzer, die viel mit der Tastatur arbeiteten, litten hingegen seltener unter Schmerzen. Die Ergebnisse gelten aber offenbar nur für akute Beschwerden. Chronische Schmerzen hätten in der Regel andere Ursachen, folgerten die Autoren der Studie (Mögliche Ursache bei Kopfschmerzen: Verspannter Nacken).
Laut Experten ist Bewegungsmangel eine der Hauptursachen für chronische Kreuz- und Nackenschmerzen. Vorbeugen kann man mit Bewegung im Alltag und Sport. "Um Rückenproblemen vorzubeugen, ist grundsätzlich jede Sportart geeignet", sagt Professor Dr. Hans-Joachim Appell von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Denn die Rückenmuskeln gehören zur Rumpfmuskulatur und sie sind an fast allen Bewegungen des Körpers beteiligt und werden trainiert. Trainierte Muskeln mindern den Druck, der auf Wirbelsäule und Bandscheiben lastet. Insofern kann sich der Freizeitsportler ohne Rückenprobleme glücklich schätzen, weil er noch sehr viel Auswahl bei der Sportart hat.
Wenn sich der Rücken sich bereits durch Schmerzattacken bereits bemerkbar macht, wird die Auswahl der richtigen Sportart schon schwerer. Das erste Problem: Menschen mit Schmerzen neigen dazu, sich zu schonen. Doch Bewegungsmangel wäre genau das Falsche. Allerdings kommt jetzt nicht mehr jede Sportart in Frage. "Tabu sind Sportarten, die ruckartige Bewegungen erfordern oder den Rücken stark stauchen - also viele Ballsportarten und auch Joggen können die Probleme noch verschlimmern", erklärt der Sportwissenschaftler.
Es gibt allerdings auch für den fittesten Sportler Fehlerquellen, die zu Rückenproblemen durch Sport führen können. Genauso wie stundenlanges Krumm-Sitzen auf dem Bürostuhl schadet, können falsche und einseitige Belastungen beim Sport zu Rückenproblemen führen. Wer zum Beispiel Hanteln im Fitness-Studio stemmt, sollte immer seinen Rücken gerade halten. Eine krumme Körperhaltung beim Kniebeugen zum Beispiel ruiniert auf Dauer die Bandscheiben. Schwimmen ist einerseits ein optimales Ganzkörpertraining und nützt auch dem Rücken. Andererseits kann der Sportler seinem Rücken schaden, wenn er nur Brustschwimmen betreibt und dabei den Nacken ständig überstreckt.
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