23.11.2007, 09:29 Uhr | müh
Fettes Fast-Food-Essen und wenig Bewegung: Diese Faktoren gelten gemeinhin als Hauptursachen für die rasante Verbreitung von Übergewicht in Industrieländern wie Deutschland oder den USA. Inzwischen haben Experten den Einfluss der Gene auf das Gewicht ebenfalls anerkannt. Aber auch der Einsatz von Klimaanlagen, Schlafmangel und Medikamente könnten zu einer immer dicker werdenden Bevölkerung beitragen. Das berichten US-Forscher in einer Studie im Fachmagazin "International Journal of Obesity". Daneben haben die Wissenschaftler weitere Dickmacher-Faktoren wie Chemikalien, Tabakkonsum und Partnerwahl ausgemacht. Doch die würden von Wissenschaftlern und Öffentlichkeit kaum beachtet. Kennen Sie diese unbekannten Dickmacher?
Klimaanlage, Schlaf, Männer Unbekannte Dickmacher
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Da sich die meisten Studien auf die Faktoren schlechte Ernährung und wenig Bewegung konzentrieren, seien andere mögliche Gründe für Übergewicht vernachlässigt worden, schreiben die Autoren. Die Experten führen als weitere mögliche Ursachen für die verbreitete Gewichtszunahme etwa Industriechemikalien an, die Verdauungsprozesse verändern und zur Bildung von Fett im Körper beitragen. Auch eine verstärkte Nahrungsaufnahme bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, könne ein Faktor sein. Ebenso die Tendenz, dass immer mehr dicke Menschen zueinander finden und dann möglicherweise das Übergewicht schon durch ihr Verhalten oder die Gene an ihre Kinder weitergeben würden.
Laut den Forschern zeigen Versuche, dass in Räumen mit Klimaanlagen mehr gegessen, aber weniger Energie verbraucht wird. Der Anstieg der klimatisierten Wohnungen in den USA spiegele praktisch den Zuwachs bei Übergewichtigen wider. Eine Wissenschaftlerin der Universität Chicago machte zudem einen Schlaftest mit jungen Erwachsenen. Dabei durfte eine Gruppe nur vier Stunden schlafen, eine weitere acht Stunden und eine dritte zwölf Stunden. Die Wenigschläfer entwickelten schnell ein starkes Bedürfnis nach kalorienhaltigen Süßigkeiten. Dies könnte auch für die Gesamtgesellschaft Bedeutung haben, denn im Schnitt schliefen Menschen in den USA heute täglich zwei Stunden weniger als noch vor 40 Jahren.
Unkonventionelle Erklärungsansätze fänden immer mehr Beachtung bei Wissenschaftlern, kommentierte Neville Rigby von der Europäischen Vereinigung zum Studium von Übergewicht den Artikel im "International Journal of Obesity". "Übergewicht ist eine komplexe Geschichte, die nicht nur eine Ursache hat", erklärt Rigby. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht momentan von einer Milliarde übergewichtigen Menschen aus. Bis 2015 sollen es schon 1,5 Milliarden sein.
Quelle: AFP
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