10.09.2007, 16:08 Uhr | ug
Besser denken - aber wie? (Foto: Archiv)Termine geraten in Vergessenheit, Telefonnummern entfallen und Namen sind nicht da, wenn man sie braucht. Kein Wunder, dass die grauen Zellen manchmal streiken: Ob als agiler Unternehmer oder verantwortungsbewusste Mutter dreier Kinder - unser Gehirn ist ständig gefordert. Auch die Anzahl der Reize, die Ihr Gehirn aufnimmt, bewertet, selektiert und speichert, steigt ständig und bringt das Gehirn an seine Leistungsfähigkeit. Doch Stress und Routine schaden den grauen Zellen. Schon in wenigen Minuten pro Tag können Sie Ihr Gehirn trainieren. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit kleinen Tricks und kniffligen Übungen Ihre grauen Zellen zu Höchstleistungen bringen. Viel Erfolg beim Testen und Trainieren! #
Online-Gedächtnistrainer Test: Wie fit sind Ihre grauen Zellen?
Wollen Sie mehr über Ihr Gehirn wissen? Klicken Sie einfach doppelt auf das Wort "Gehirn" und schon erhalten Sie weitere Informationen dazu aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Probieren Sie's aus. Es funktioniert auch mit anderen Wörtern.
Damit Ihr Gehirn und Denkvermögen überhaupt funktionieren, sind rund 100 Milliarden Hirnzellen auf unterschiedliche Weise miteinander verknüpft. Denken Sie nach oder erinnern Sie sich an etwas Bestimmtes, so werden diese Nervenzellen chemisch und elektrisch aktiv und treten miteinander in Verbindung. Mit jeden neuen Lernvorgang und jeder neuen Erfahrung entstehen zusätzliche Verbindungen. Ob und wie schnell die grauen Zellen miteinander kommunizieren und funktionieren, darauf haben Sie einen großen Einfluss.
Nicht allein die angeborene Intelligenz oder das gute Abschneiden in einem Wissenstest entscheidet über Ihre Klugheit. Wissenschaftler fassen die Definition von Intelligenz inzwischen weiter. So unterscheidet der amerikanische Psychologieprofessor sieben Formen von Intelligenz. Zum einen entscheiden die sprachliche, die visuell-räumliche, die logisch-mathematische und die musikalische Intelligenz über Ihren IQ. Ergänzt wird er durch Ihre Fähigkeit, Bewegungsabläufen zu koordinieren (körperlich-kinästethische Intelligenz), durch Ihr Selbstbewusstsein und den Zugang zu eigenen Gefühlen (intrapersonale Intelligenz) sowie durch Ihre Menschenkenntnis und Ihr Einfühlungsvermögen (interpersonale Intelligenz).
Umso wichtiger ist es, diese verschiedenen Bereiche zu schulen. Dazu gehören auch Ihr Talent, sich an bestimmte Dinge zu erinnern. Dabei werden schon vorhandene Verbindungen im Gehirn aktiviert. Je öfter Sie darauf zurückgreifen, desto leichter fällt Ihnen das Abrufen bereits gespeicherter Informationen. Andererseits verkümmern Verbindungen, die lange nicht genutzt wurden. Die Gedächtnisleistung ist für Ihre Fitness im Kopf daher ebenso wichtig wie Ihre Kreativität. Besonders in unserer schnelllebigen Zeit, ist das Lösen von spontan auftretenden Problemen, das Entwickeln von Ideen und das Einstellen auf ungeplante Situationen unerlässlich. Zum Glück lassen sich Intelligenz, Gedächtnis und Kreativität mit einfachen Tricks beeinflussen.
Sie gehen jeden Tag den gleichen Weg zum Supermarkt? Kein guter Ansatz: Routine ist der schlimmste Feind eines flexiblen Geistes. Wer ihn fit halten will, muss neue Reize setzen und sich an Neues heranwagen. Versuchen Sie einen Zeitungsartikel von rechts nach links zu lesen, die Stufen zum Keller rückwärts hinunterzusteigen oder vor einem wichtigen Termin Ihre kreative Gedanken bei einem Spaziergang zu wecken. Abgesehen vom Spaßfaktor, der in so genannten Brainjogging- oder Mindtraining-Übungen steckt, sind sie Zündstoff fürs Hirn und Leben: Zahlreiche Studien haben belegt, dass wir das Gehirn wie einen Muskel trainieren müssen, wenn wir unsere geistige Produktivität erhalten und verbessern wollen.
Je öfter und vielfältiger Sie die Lern- und Denkfunktionen trainieren, desto leichter fällt es, die Verbindungswege in Ihrer „Denkzentrale“ zu erhalten. Unser Gehirn ist zwar von sich aus in jedem Lebensalter aktiv, wird aber im Laufe der Zeit weniger flexibel. Während bei Kindern und Jugendlichen ständig neue Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen hinzukommen, bilden sich die Nervenverbindungen im Erwachsenenalter seltener. Die Hirnzellen vergleichen neue Informationen mit bereits gespeicherten Gedächtnisinhalten. Je mehr passende Daten bereits vorhanden sind, umso leichter prägen sie sich ein. Tatsächlich können Sie so Ihr Gehirn fit halten und die Leistungsfähigkeit für Ihre täglichen Aufgaben in Beruf, in der Ausbildung, im Alltag und in der Freizeit steigern. Es ist nie zu spät, dazuzulernen und Ihr Gehirn auf Trab zu bringen. Viel Freude und Erfolg dabei!
ug