16.10.2009, 15:35 Uhr | tze / dpa
Tiefkühlkost im Ampelcheck von Foodwatch (Foto: Foodwatch)Nicht nur Tiefkühlpizza ist eine Kalorienbombe, sondern auch viele andere Fertiggerichte aus dem Kühlregal haben's in sich. Die Verbraucherschutz- organisation Foodwatch hat 24 populäre Produkte verglichen. Viele enthalten ungesunde Mengen an Fett und Salz - doch wer studiert schon das Kleingedruckte in den Nährwerttabellen? Deshalb fordert Foodwatch hartnäckig eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel. Sie signalisiert, ob der Gehalt an Fett, Zucker und Salz und gering (grün), mittel (gelb) oder hoch (rot) ist. Und so fällt der Ampelcheck für Tiefkühlkost aus:
Nach Informationen der Verbraucherorganisation verzehrt jeder Deutsche pro Jahr 39 Kilogramm Tiefkühlkost, Tendenz steigend. "Einige Tiefkühlprodukte liegen jedoch schwer im Magen", sagt Foodwatch-Sprecherin Christiane Groß. Bei den "Cilli Cheese Nuggets" von Frostkrone meldet Foodwatch Warnstufe rot für den hohen Anteil gesättigter Fette und Salz. Ein Tiefkühl-Zwiebelkuchen der Thoks GmbH besteht fast zu einem Viertel aus Fett und der dick panierte Schnitzel-Toast "Tillman's Toasty" gehört zu den extrem salzigen Produkten im Test. Überraschend ist dagegen, dass auch Gemüsegerichten recht viel Fett enthalten kann.
Aber nicht alle Tiefkühlgerichte sind ungesund. Der Ampelcheck zeigt überwiegend grünes Licht für viele Produkte - nicht nur für Wokgemüse, sondern sogar für Hähnchengeschnetzeltes. Auch bei vergleichbaren Produkten lohnt sich ein genauer Blick auf die Nährwertangaben, denn manche Hersteller haben Rezepturen mit einem geringen Anteil schädlicher Fette und weniger Salz als ihre Mitbewerber.
All diese Informationen müssen Verbraucher derzeit mühsam anhand der Nährwerttabellen entziffern. Einzig der Tiefkühlkosthersteller Frosta kennzeichnet einige Produkte freiwillig mit der Lebensmittelampel. Dass weitere dem Beispiel folgen, ist fraglich, denn eine verpflichtende Ampelkennzeichnung ist nicht in Sicht.
Nährwertangaben "Frosta" führt Ampelkennzeichnung ein
Die künftige Regierungskoalition von Union und FDP lehnt die Ampelkennzeichnung ab und missachtet damit die Forderung der Verbraucherschützer. Dabei blieb es auch bei der Konferenz der Verbraucherschutzminister (VSMK) am 15. und 16. Oktober in Berlin. Offenbar läuft es auf eine überarbeitete Form der bisherigen Nährwerttabelle hinaus. Lebensmittel müssten so gekennzeichnet werden, dass Verbraucher sich beim Kauf schnell und umfassend über einzelne Produkte informieren könnten, sagte die VSMK-Vorsitzende, Katrin Lompscher (Linke). Dazu gehörten klare Angaben über den Energiegehalt von Lebensmitteln. Allerdings sollten diese Daten nicht für eine Portion angegeben werden, sondern auf 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Produkts bezogen.
Verbraucherschutz Das plant die neue Regierung
Mehr Infos zurLebensmittel-Ampel www.ampelcheck.de
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tze / dpa
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