23.02.2012, 09:56 Uhr
Jeden Tag sterben Menschen wegen fehlender Spendeorgane. Es sind bis zu drei Menschen pro Tag oder mehr als 1.000 jedes Jahr. Trotz einer hohen Bereitschaft zur Organspende, besitzen nur wenige Deutsche einen Spenderausweis. Eine neue Kampagne soll mehr Aufmerksamkeit für das heikle Thema und mehr aktive Spender bringen.
"Ich hab ja schon öfter mein Herz verschenkt, aber bisher war das nie so im wörtlichen Sinne gemeint", singt der HipHopper Bo Flowers. Auf der DVD "Organspende macht Schule" will er mit seinem Lied Schülern ab der 9. Klasse Mut machen, über das ernste Thema nachzudenken. "Musik ist ein guter Träger", sagt Bo Flowers, mit bürgerlichen Namen Flo Bauer. Er ist das Gesicht der neuen Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Techniker Krankenkasse. Zusammen mit seiner Musikerkollegin, der Sängerin Nele aus Hannover, setzt sich der Rapper für das Thema Organspende ein. "Ich will nicht sagen: Tu dies, lass und mach das oder jenes, nur, dass du dich mit dem Thema beschäftigst, auch wenn das nicht bequem ist."
In dem 20-minütigen Film greifen beide Moderatoren die Fragen und Bedenken der Jugendlichen auf. Schließlich ist die DVD als Unterrichtsmaterial geplant. Oft fragen die Jugendlichen, ob man nicht leichtfertig zu einem "Spender wider Willen" werde. Daher erklärt der Neurologe Günther Thayssen, wie der Hirntod festgestellt wird und wie das Transplantationsgesetz einen Missbrauch verhindern soll. Die Schüler wollen auch wissen, ob sich eine Organspende überhaupt lohnt. Die Antwort gibt auf der DVD Bruno Kollhorst, der nach einer Rötelinfektion eine zunächst unerkannte Herzmuskelentzündung bekam und seit 2006 mit einem Spenderherz lebt. Wie es sich mit einem anderen Herz "liebt und so", wollen die Schüler wissen. Nicht nur, ob man lebt. Auch darauf antwortet Kollhorst: Er ist 2009 Vater geworden.
"99 Prozent der jungen Menschen wollen anderen helfen", weiß die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind 74 Prozent der Deutschen zu einer Organ- und Gewebeentnahme nach ihrem Tod bereit. Allerdings besitzen nur 25 Prozent einen entsprechenden Spenderausweis. Organspende bleibt für viele ein heikles Thema. Meist wird es akut, wenn man selbst betroffen ist oder jemand im engeren Verwandten- und Bekanntenkreis. Und dann heißt es oft Warten: Auf eine Niere beispielsweise bis zu sieben Jahre.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat - nicht erst seit seinem Ministeramt - einen Spenderausweis. Denn wer sich nicht entscheide, der lege die Entscheidung in die Hände der Angehörigen - "und das in einer sehr schwierigen Situation", sagt der FDP-Politiker. Daher sein Rat: rechtzeitig entscheiden. Übrigens: Auf dem Spenderausweis kann man ausdrücklich der Entnahme von Organen und Geweben nach seinem Tod widersprechen. Oder zumindest festlegen, welche Organe nur entnommen werden dürfen. Heute warten mehr als 12.000 Menschen in Deutschland auf eine Spenderorgan. Für den Gesundheitsminister ist daher klar: "Organspender sind Lebensretter." Gibt es nicht möglicherweise für Menschen mit kirchlicher Bindung ein moralisches Problem? Der Katholik Bahr glaubt nein: "Organspende ist auch ein Akt der Nächstenliebe."
Quelle: dapd
OTTO schrieb:
am 23. Februar 2012 um 12:24:23
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Organspende
schlimm wenn ich sehe wie sich unsere Politiker um die Lösung des Problemes bemühen. Sie streiten sich als ob es um nichts
geht . Ich habe 5 Jahre Dialyse hinter mir und hätte noch 5 Jahre auf ein Organ warten müssen . Ein Familienmitglied half mir in dieser Not mit einer Organspende . Wenn Angehörige der Organspender eine Unterstützung erhielten ( zum Beispiel Bestattungskosten ) wäre sicher vielen geholfen und mehr Menschen würden über eine "Organspende" nach ihrem dem Tod nachd
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Spender schrieb:
am 23. Februar 2012 um 12:03:54
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Verknappung
Das Geschäft funktioniert nur deshalb, weil die Ressource Spenderorgan knapp ist. Gäbe es genug davon, bräuchte keiner Angst
davor zu haben, Opfer (wie auch immer) zu werden. In meinen Augen ist jeder, der keinen Ausweis (positiv wie negativ) bei sich trägt, einfach zufeige, Farbe zu bekennen. Und, Züchten aus Stammzellen mag zwar funktionieren, viele haben aber die Zeit nicht dafür. Hier gehört gesetzlich etwas geregelt.
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Klärchen schrieb:
am 23. Februar 2012 um 11:40:06
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Organspende
Ob wohl alle feinen Promis und Bonzen und Politiker eine Spendeausweis haben? Nein, aber auf den Wartelisten werden sie ganz
zufällig immer oben stehen! Wenn man den Artikel liest, fühlt man sich schon schuldig, weil man noch am leben ist! Hoffentlich besinnt man sich bald auf künstl. Organe, bevor man anfängt Organspende zu honorieren. Denn die wissen ja, daß es nicht nur in Indien arme Menschen gibt, die verzweifelt genug sind!
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