09.11.2010, 15:49 Uhr | dapd
Probiotica können Durchfall lindern. (Foto: imago)
Gegen akuten Durchfall helfen probiotische Bakterien. Sie verkürzen messbar die Zeit, die Betroffene an der Magen-Darm-Erkrankung leiden. Dieses Fazit ziehen britische und philippinische Forscher nach einer Auswertung von insgesamt 63 verschiedenen Studien, die sich mit der Wirkung von Probiotika bei Durchfall befassten. Negative Folgen habe die Behandlung nicht, betonen die Wissenschaftler.
Unter dem Oberbegriff Probiotika werden spezielle Bakterien zusammengefasst, die lebend verzehrt werden und die Passage durchs Verdauungssystem eher überstehen als andere Bakterien. Sie sind sowohl als Lebensmittelzusatz erhältlich als auch als Arzneimittel zur gezielten Stärkung der Darmflora. Die Studie von Stephen Allen von der Universität im britischen Swansea und seine Kollegen ist in der "Cochrane Library of Systematic Reviews" erschienen (Bd. 11, Artikel-Nr. CD003048).
Es gab zwar bereits in früheren Studien Hinweise darauf, dass Probiotika einen positiven Einfluss auf den Verlauf von Durchfallerkrankungen haben können. Allerdings war die Datenbasis dieser Untersuchungen deutlich kleiner als die der neuen Studie und damit auch weniger aussagekräftig. In der aktuellen Untersuchung erfassten die Forscher um Allen die Informationen von über 8.000 Patienten, die in 63 verschiedenen Studien gesammelt worden waren. 56 davon hatten sich mit Säuglingen und Kleinkindern befasst, für die Durchfallerkrankungen besonders kritisch sind.
Obwohl es sich um verschiedene Studienansätze gehandelt habe, seien die meisten zu dem klaren Ergebnis gekommen, dass Probiotika Durchfall reduzieren können, berichtet Studienleiter Allen. So verkürzten die Mikroorganismen, wenn sie in Kombination mit viel Flüssigkeit eingenommen wurden, die Dauer der Erkrankung um durchschnittlich einen Tag. Zudem senkten sie das Risiko, dass der Durchfall mehr als vier Tage andauert, um knapp 60 Prozent. Als Nebenwirkung sei lediglich Erbrechen beobachtet worden - aber das sei in den Gruppen, die ein probiotikafreies Placebo bekommen hatten, ebenso häufig gewesen wie in den tatsächlich behandelten Gruppen.
Wie genau die Mikroben dem Darm helfen, ist bisher nicht bekannt. Einer Theorie zufolge verdrängen sie krankmachende Keime und Viren, da sie um die gleichen Nahrungsressourcen konkurrieren. Die Forscher um Allen wollen als nächstes nun genauer untersuchen, welche Stämme besonders gut wirken - daraus könnten dann auch neue Erkenntnisse über die Wirkweise der Mikroorganismen gewonnen werden.
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dapd
Marie schrieb:
am 17. November 2010 um 16:26:32
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Kann dir da nur zustimmen
Joghurts und diesen ganzen Kram kann man da vergessen. Wenn Probiotika, dann solche, die man in der Apotheke kriegt!
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Sara Esser schrieb:
am 14. November 2010 um 16:31:12
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in den letzten zehn Jahren hat sich viel getan...
Das trifft alles aber auch nur zu, wenn es sich um ordentliche geprüfte Mittel aus der
Apotheke handelt. In Österreich beispielsweise gibt es extra ein Institut, Allergosan, was sich eben mit diesem Forschungsgebiet beschäftigt.
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