23.04.2009, 12:38 Uhr | bri/AFP
Die Stiftung Warentest hat Kaffee getestet. (Foto: imago)Ein teurer Kaffee steigert nicht unbedingt den Trinkgenuss. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest. 31 Röstkaffees haben die Tester verkostet und auf Schadstoffe untersucht. Billige Kaffees vom Discounter und auch doppelt so teure Produkte unterschieden sich kaum im Aroma. Manche Marken schmeckten allerdings modrig oder nach feuchter Pappe.
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Glaubt man der Werbung ist jede Kaffeesorte einzigartig. Doch der Test offenbarte ein anderes Bild. Bei 21 der 31 Sorten schmeckten die Tester kaum Unterschiede im Aroma. Darunter waren Kaffees für 2,49 von Aldi oder Lidl ebenso wie Kaffee für über fünf Euro von Dallmayr.
Drei Kaffeesorten schmeckten modrig-muffig sowohl nach dem Aufguss in der Kolbenkanne als auch nach der Zubereitung in der Kaffeemaschine. Das betrifft die Sorten "A & P Kaffee Fein" von Kaiser´s Tengelmann, "Tip Gold" von Metro und "Gran Cafe" von Tchibo. Die Bio- und Fairtrade-Kaffees "Café del Mundo" von Lidl und "Green Change" von Tempelmann schmeckten aus der Maschine gut, aus der Kanne jedoch schmeckten sie nach feuchter Pappe.
Neben Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl überprüften die Tester auch den Schadstoffgehalt. Dabei fielen vier Kaffees mit einem hohen Anteil an Acrylamid auf, das unter anderem beim Rösten von Lebensmitteln entstehen kann. In Tierversuchen hatte sich die Substanz als krebserregend und erbgutschädigend erwiesen. Einen erhöhten Acrylamid-Gehalt hatten: Penny "Contal", Alnatura, Mona "Gourmet" und "A & P" von Kaiser's Tengelmann.
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Kein Kaffee schnitt im Test mit der Note "Sehr gut" ab. Immerhin mit "gut" bewertet wurde der Testsieger "Bellarom Gold" von Lidl, knapp dahinter erreichte "Markus Gold" von Aldi (Nord) ebenfalls ein gutes Ergebnis.
Kaffeetrinker, denen es allerdings nicht allein um Preis und Qualität, sondern zusätzlich auch um die Anbaubedingungen geht, sollten der Stiftung Warentest zufolge etwas tiefer in die Tasche greifen und fair gehandelten oder biologisch angebauten Kaffee kaufen. Bei dessen Anbau, Röstung und Einkauf setzten die Unternehmen die höchsten Sozial- und Umweltstandards um, ergab die Vor-Ort-Untersuchung. Beim Bioanbau werden etwa keine Pestizide eingesetzt, beim fair gehandelten Kaffee werden die Kaffeebauern unabhängig vom Weltmarktpreis angemessen entlohnt.
Unter den Anbietern von sieben Bio- und Fairtrade-Kaffeesorten waren demnach fünf mit "starkem Engagement", einer zeigte sich immerhin "engagiert". Von zwölf Anbietern konventionellen Kaffees bewertete die Stiftung lediglich einen als "engagiert" und sprach bei den übrigen von "bescheidenen Ansätzen". So sei bei vielen schon die Herkunft des Kaffees unbekannt geblieben. Drei weitere Unternehmen, darunter ein Bio- und Fairtrade-Anbieter, verweigerten ganz die Auskunft.
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Der ausführliche Testbericht der Stiftung Warentest erscheint in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Test".
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