22.01.2009, 08:50 Uhr | cme, afp
Honig: Beim Etikett wird häufig geschwindelt. (Foto: imago)Honigliebhaber müssen sich laut Stiftung Warentest keine Sorgen um Pestizid- oder Arzneimittelrückstände machen. Auch Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen fanden die Tester in 35 überprüften Produkten nicht. Allerdings gibt es bei dem Bienenprodukt deutliche Qualitätsunterschiede: So gab es zwar neun Honige, die mit "gut" bewertet wurden. Sechs Produkte fielen jedoch als "mangelhaft" durch. Ihnen wurde Fremdzucker zugesetzt, sie wurden bei der Produktion zu stark erhitzt oder es wurde schlicht Etikettenschwindel betrieben.
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Guter Honig muss dabei nicht teuer sein. Die günstigen Mischblütenhonige "Goldland" von Aldi Süd und "Gut und Günstig" von Edeka überzeugten die Tester. Dagegen bemängelten sie die Konkurrenzprodukte "Amiel" von Plus, in dem sich Fremdzucker nachweisen ließ, und "Marlene" von Lidl, der zu viel Stärke enthielt. Beide seien keine Honige im Sinne der Honigverordnung und daher mit "mangelhaft" zu bewerten.
Auch bei Sortenhonigen gab es Mängel. So hatte der Waldhonig "Nektarquell" einen zu hohen Blütenanteil und enthielt zu wenig Honigtau. Auch beide getesteten Sonnenblumenhonige hätten demnach nicht als solche verkauft werden dürfen. Wie die Pollenanalyse zeigte, enthielten sie zu wenig Sonnenblumenanteile und müssten demnach als gewöhnliche Blütenhonige verkauft werden. Im Akazienhonig von Langnese fanden die Tester einen hohen Rapsanteil. Dafür gab's die Note "ausreichend".
Was Bienen sorgfältig zusammentragen, kann der Mensch leicht ruinieren. Honig enthält empfindliche Stoffe, die durch Erhitzen zerstört werden können. Liegt die Temperatur bei Gewinnung, Lagerung oder Transport deutlich über 38 Grad Celsius, sinkt die Aktivität der enthaltenen Honigenzyme. Außerdem entsteht Hydroxmethylfurfural, kurz HMF. Der HMF-Gehalt zeigt, wie frisch ein Honig ist und ob er schonend behandelt wurde. Maximal 40 Milligramm je Kilogramm Honig sind erlaubt. Der Mischblütenhonig "Star Marke" von Kaiser's Tengelmann kommt jedoch auf 43,3 Milligramm. Den Namen Honig hat er damit nicht mehr verdient.
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Auch das Magazin "Öko-Test" ließ Honig testen - und kam zu anderen Ergebnissen als "Warentest". Laut "Öko-Test" ließen sich vor allem in Honigsorten mit Honig aus Südamerika Gentechnik-Spuren nachweisen. Sorten aus Deutschland, aber auch Südosteuropa und aus dem fairen Handel, waren demnach gentechnikfrei. Im deutschen Honig fand "Öko-Test" wiederum anders als die Stiftung Warentest Rückstände von Pestiziden. Vom Honig, der in Deutschland verkauft wird, wird nach Angaben der Stiftung Warentest 80 Prozent importiert. Wie eine Sprecherin der Stiftung Warentest sagte, gibt es sieben Honigsorten, die in beiden Tests untersucht wurden. Sie könne aber nicht sagen, warum die Ergebnisse zwischen der Stiftung Warentest und "Öko-Test" bei diesen Sorten anders ausgefallen seien. Womöglich handle es sich um unterschiedliche Margen der getesteten Sorten. Da Bienen zu verschiedenen Pflanzen fliegen, sei dies eine mögliche Erklärung. Aus Sicht der Stiftung Warentest sei die Untersuchung in Bezug auf Gentechnik oder Rückstände erfreulich ausgefallen.
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