25.08.2011, 18:58 Uhr | akl
Eine Zahnreinigung pro Halbjahr empfiehlt die Bundeszahnärztekammer. (Quelle: imago)
Ein bis zwei Mal im Jahr empfehlen Zahnärzte eine professionelle Zahnreinigung, weil die tägliche Zahnpflege nicht ausreicht. Das Grundproblem aber ist, dass es in Deutschland keine verbindlichen Schritte dafür gibt. Manche Praxen leisten zu wenig, so das Ergebnis einer Stichprobe der Stiftung Warentest. Worauf Sie bei einer professionellen Zahnreinigung achten sollten.
Millionen von Mikroorganismen leben auf Zähnen, Zahnfleisch und Zunge. Mit Zahnbürste und Zahnseide allein können nicht alle Beläge beseitigt werden. Eine professionelle Zahnreinigung entfernt weiche und harte Beläge, die Karies und Parodontitis verursachen. Wie oft professionell gereinigt werden muss, hängt von dem individuellen Mundzustand ab. Die Bundesärztekammer empfiehlt zwei professionelle Zahnreinigungen im Jahr. Jede Behandlung kostet 50 bis 150 Euro. Doch hält die Reinigung was sie verspricht?
Eine professionelle Zahnreinigung ist keine Garantie für saubere Zähne. Nach der Behandlung in fünf Praxen im Ruhrgebiet untersuchten zwei unabhängige Gutachter die Münder der Tester. Das Ergebnis: Auf den Zähnen war noch viel zu viel Plaque - vor allem in den Zahnzwischenräumen. Zahnseide und Interdentalbürsten? Fehlanzeige. Auch Zahnpflegetipps bekamen die Patienten nicht. So blieben zwei zentrale Anforderungen unerfüllt. Pulverwasserstrahlgräte kamen dagegen in allen Praxen zum Einsatz. Die Notwenigkeit für den Einsatz wurde allerdings nicht bestimmt. Falsch eingesetzt können diese Geräte Zahnoberflächen und Füllungen aufrauen und so Karies fördern.
Schöne Zähne fangen mit dem Putzen an. Bei starken Verfärbungen hilft aber nur professionelle Zahnreinigung. zum Video
Die Stiftung Warentest empfiehlt, sich die einzelnen Behandlungsschritte erklären zu lassen und darauf zu achten, ob alle durchgeführt werden. Zu Beginn der Behandlung werden Zähne und Zahnfleisch untersucht. Anhand von Belägen, Blutungen und Problemstellen werden die weiteren nötigen Schritte festgelegt. Um die Zähne zu schonen, sollten nur Stellen mit Belägen behandelt werden. Hierfür nutzt der Zahnarzt Spiegel und Sonde sowie eine Art Nadel. Nachdem der Zahnarzt Problemstellen und Zahnpflegefehler erkannt hat, gibt er Pflegetipps und informiert über Putztechniken, Zahnbürsten, Zahnpasten, Zahnseide und Interdentalbürsten. Anschließend wird mit Hilfe von Ultraschallgeräten oder hakenartigen Handinstrumenten der Zahnstein entfernt - auch unter dem Zahnfleisch. Für weiche Beläge und Zahnverfärbungen kommen Bürsten und Pulverwasserstrahlgeräte zum Einsatz. Zahnseide und Spezialstreifen reinigen die Zwischenräume.
Um raue Stellen zu glätten und die Neubildung von Plaque und Zahnstein zu verhindern, werden die Zähne mit Polierpaste behandelt. Das enthaltene Fluorid hilft, den Zahnschmelz zu härten. Um Keime abzuwehren, trägt der Arzt mit einem Pinsel oder Watte fluoridhaltige Gele oder Lacke auf empfindliche und kariesanfällige Stellen auf. Sie fördern den Einbau von Mineralstoffen in den Zahnschmelz und härten ihn. Die Zähne werden so vor Säure und Mundbakterien geschützt. Oft kommen antibakterielle Stoffe zum Einsatz, die Karies und Parodontitis vorbeugen sollen. Zum Schluss schätzt der Zahnarzt das individuelle Karies- und Parodontitisrisiko ein und legt den nächsten Reinigungstermin festgelegt.
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