26.10.2008, 14:13 Uhr | AFP/ali
Stiftung Warentest: Heilmittel gegen Altersbeschwerden helfen nur wenig. (Foto: Imago)Gegen das Altern ist leider noch kein zuverlässiges Kraut gewachsen, das auf Dauer wirkt. Dennoch werden viele Mittel in Apotheken und Reformhäusern unter diesem Prädikat verkauft. Altern ist keine Krankheit. Dennoch hoffen die Käufer durch diese Präparate, ihre Gesundheit zu erhalten und den Alterungsprozess zumindest zu verlangsamen. Stiftung Warentest hat nun diese Mittel untersucht und festgestellt, dass sie oft nicht helfen. Im Gegenteil: Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können nicht ausgeschlossen werden.
Bei vielen Mitteln gegen Altersbeschwerden ist der therapeutische Nutzen fraglich. Für die November-Ausgabe ihrer Zeitschrift „Test" untersuchte Stiftung Warentest verschiedene Präparate, die zum Beispiel die Leistungskraft ankurbeln, Hirn, Herz und Kreislauf in Schwung oder müde Beine auf Trab bringen sollen. Die Wirksamkeit vieler dieser meist rezeptfreien Mittel ist, nach Meinung der Tester, oft unzureichend oder wissenschaftlich gar nicht erwiesen. Sie könnten sogar ungeahnte Nebenwirkungen haben oder gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auslösen.
Besonders Ginseng wird eine positive Wirkung bei der Förderung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nachgesagt. Allerdings sind laut „Test“ die Ergebnisse nicht ausreichend, um eine wirkliche Förderwirkung zu belegen. Produkte wie Doppelherz aktiv Ginseng oder Roter Ginseng von Gintec enthalten die Wurzel meist in Pulverform oder als Extrakt. Bedenklich sei allerdings, dass Toniken wie Ginsana G 115 Tonic oder Kumsan Ginseng Tonikum Alkohol enthielten. Somit können sie die Wirkung vieler Arzneimittel verstärken. Vor allem negative Wechselwirkungen mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln aber auch Schmerzmitteln sowie Psychopharmaka können die Folge sein. Menschen mit Diabetes sollten Ginseng nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.
Beliebt bei älteren Menschen sind besonders Knoblauchpräparate. Sie sollen vor allem der altersbedingten Gefäßverkalkung vorbeugen. Bis heute gibt es jedoch, laut Stiftung Warentest, keine Studien, die eine bremsende Wirkung des Knoblauchs nachweisen können. Nachgewiesen sei nur, dass es den Blutdruck senken könne. Jedoch gäbe es keine Erkenntnisse darüber, ob diese Senkung des Blutdrucks positive Auswirkungen auf Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall habe. Erwiesen sei, dass Knoblauch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen kann. Dies könne dazu führen, dass Wunden länger bluten oder sogar innere Blutungen entstehen. Zudem könnte die Wirkung blutdrucksenkender Mittel verstärkt werden
Auch Fischöl kann die Blutgerinnung hemmen. Zudem sei die Wirksamkeit von Fischöl gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wissenschaftlich nicht erwiesen, so die Tester. Möglicherweise würden Herzrhythmusstörungen durch Fischöl eher gefördert als verhindert. Stiftung Warentest untersuchte des weiteren auch Weißdorn, Ginkgo, Melisse und Johanniskraut. Melisse gilt als beruhigend oder schlaffördernd, ihre therapeutische Wirkung sei jedoch nicht nachgewiesen. Auch Johanniskraut, dass gegen Depressionen eingesetzt wird, helfe, so die Tester, nur bei leichten depressiven Verstimmungen. Man sollte beachten, dass die Substanz, je nach Dosierung, die Lichtempfindlichkeit deutlich erhöhen sowie die Wirkung der Pille herabsetzen kann.
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