25.09.2009, 11:41 Uhr | tze
Kann Stevia Zucker ersetzen? (Foto: imago)Süßes essen ohne dick und krank zu werden und die Zähne zu zerstören - das klingt verheißungsvoll. Stevia, ein Süßkraut aus Südamerika, ist viel süßer als Zucker, aber frei von dessen negativen Eigenschaften. Ein Wunderkraut? Umso mehr wundert es, dass die EU-Behörden es jahrelang verschmähten. Jetzt rückt die Zulassung von Stevia als Süßungsmittel näher. Fans des süßen Gewächses sehen es so: Zucker ist böse - Stevia ist gut. Doch derart einfach ist es nicht. Wir haben dazu den Agrarwissenschaftler Udo Kienle von der Universität Hohenheim befragt, der Stevia seit 1983 erforscht
Mehr InformationenStevia bei Wikipedia
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Während in den USA und einigen Ländern Südamerikas und Asiens schon lange mit Stevia gesüßt wird, sind die darin enthaltenen Steviole in der EU bislang nicht als Süßungsmittel zugelassen. Der Grund: Die Behörden bemängeln, dass alle Antragsteller bisher keine ausreichenden Nachweise für die Unbedenklichkeit vorlegen konnten. Doch warum darf Stevia in anderen Ländern verwendet werden? Kienle erläutert: "Als Stevia beispielsweise in Japan in den 70er Jahren als Süßungsmittel auf den Markt kam, waren Lebensmittelzusätze dort zulassungsfrei. Außerdem haben die Japaner nie die Originalunterlagen ihrer Forschung vorgelegt." Unter Experten wird diskutiert, ob das Herstellungsverfahren oder Abbauprodukte gesundheitliche Risiken bergen.
Auch Kienle verweist auf den Verbraucherschutz. Alle derzeit erhältlichen Stevia-Produkte seien unter Umgehung des europäischen Lebensmittelgesetzes auf dem Markt. "Am besten gar nicht kaufen" - jedenfalls nicht zum Verzehr. Kienle rät zu warten, bis Stevia in der EU als Süßungsmittel zugelassen ist. Das könnte bald der Fall sein. Das US-Unternehmen Cargill hat nach Medienberichten einen Zulassungsantrag gestellt. 2010 soll ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde vorliegen. Danach muss es durch diverse Gremien durchlaufen - deshalb könnten bis zur Zulassung weitere 12 bis 18 Monate vergehen - "vorausgesetzt, die EU-Lebensmittebehörde fordert keine neue Krebsstudie", schränkt Kienle ein.
Bislang wird Stevia in Deutschland als Geheimtipp gehandelt. Stevia-Pulver oder -Fluids gibt es in Reformhäusern oder Internet-Shops, allerdings als Kosmetikprodukte deklariert, weil sie nicht als Lebensmittel vertrieben werden dürfen. Problematisch ist, dass die Produkte aus dubiosen Quellen stammen, das Herstellungsverfahren meist nicht transparent ist und es erhebliche Qualitätsunterschiede gibt. Das äußert sich auch im Geschmack, der in Internetforen zuweilen als "krautig" oder "bitter" beschrieben wird. Kienle bestätigt: "Stevia kann wunderbar schmecken, aber auch grauslig - also nicht verwertbar."
Wer mit Stevia Kuchen backen will, muss sehr experimentierfreudig sein. "Zucker bringt außer der Süße auch Masse in den Teig", erklärt Kienle. Deshalb wird kein klassischer Rührkuchen mit Stevia gelingen. Davon abgesehen gibt es keine Faustregel für die optimale Dosierung des supersüßen Extrakts. Zwar kursieren im Internet Stevia-Rezepte und -Backtipps. Doch manchmal geht es gar nicht ohne Zucker. Zum Beispiel bei Marmelade: Zucker macht sie süß, fest und lange haltbar. "Das beste ist immer noch die traditionell hausgemachte Marmelade, die das ganze Jahr über hält", meint der Stevia-Fachmann. Er gibt zu bedenken: Bei Verzicht auf Zucker müssten einigen Lebensmitteln Konservierungsstoffe und alternative Masseträger wie Inulin zugesetzt werden.
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Wie für andere Süßstoffe gilt: In Produkten, die Zucker nicht für Volumen und Haltbarkeit benötigen, ist der Einsatz von Stevia möglich - beispielsweise in Getränken. "Man könnte bei Limonaden den Zucker weitgehend herausnehmen und den Kaloriengehalt erheblich reduzieren", sagt Kienle. In den USA - neuerdings auch in der Schweiz - sind bereits Erfrischungsgetränke auf dem Markt, die einen gewissen Anteil von Stevia enthalten. Hersteller wie Coca Cola und Co. orientieren sich bei der Dosierung streng an UN-Richtwerten, die die tägliche Aufnahme von bis zu 0,4 mg Steviol pro Kilo Körpergewicht für unbedenklich halten.
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Zuckerindustrie die Zulassung von Stevia als Lebensmittel in der EU um jeden Preis verhindern will, um sich den Markt nicht wegnehmen zu lassen. "Nach meiner Kenntnis gibt es keinen Beleg, der diese Vermutung stützt", sagt Kienle dazu. Bereits vor 20 Jahren hätte ein großer Zuckerproduzent sogar eigene Forschungen zu diesem alternativen Süßungsmittel angestellt, dann aber einen anderen Zuckerersatzstoff weiterentwickelt. Der Forscher vermutet, dass die Zuckerindustrie selbst an diesem Geschäft mitverdienen will. "Das sind die ersten, die einsteigen, wenn Stevia hier was wird." Er denkt noch weiter: Sollte es eines Tages möglich sein, Steviol-Glycoside biotechnisch herzustellen, sei eine "industrielle Produktion in großem Stil" denkbar.
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tze
sportler2011 schrieb:
am 16. Mai 2011 um 21:52:10
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stevia natural verwenden
hallo,
ich verwende schon ca. 1,5 Jahre Stevia Natural European Standard. Davor habe ich 3 Produkte getestet:
allpharm, herbmeds und stevia crystal. Alle 3 haben den schlechten bitteren Nachgeschmack und nur eine schwache Süße. Daher kann ich bis jetzt nur dieses Produkt empfehlen.
Backen mache ich immer 1/2 Zucker und 1/2 Stevia Natural. Das funktioniert super!
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