14.11.2011, 15:55 Uhr | wve/ afp
Süßes essen ohne dick und krank zu werden - das klingt verlockend. Der Schlüssel dazu soll das Süßkraut Stevia sein. Die Pflanze ist etwa 300 Mal süßer als Zucker, enthält aber keine Kalorien. Doch bis jetzt hat sich die EU mit der Zulassung des Produkts schwer getan, weil man sich über die gesundheitlichen Risiken nicht klar war. Jetzt wurde Stevia auch in der EU für Lebensmittel zugelassen.
Die in Paraguay wachsende Pflanze stand lange Zeit im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein. Mit der Zulassung durch die EU sind diese Bedenken aber vom Tisch. In Asien, Australien, Neuseeland und den USA wird das Süßungsmittel "Steviolglycosid" schon seit längerem in Lebensmitteln eingesetzt. Der natürliche Süßstoff wird aus den Blättern der in Paraguay wachsenden Pflanze "Stevia rebaudiana" gewonnen. In Deutschland wird Stevia voraussichtlich in Süßwaren, Snacks, Soßen und aromatisierten Getränken zu finden sein.
Bislang gab es Stevia in Deutschland in Form von Pulvern oder Fluids in Reformhäusern oder Internet-Shops. Da es aber keine Lebensmittelzulassung hatte, wurde es als Kosmetikprodukt oder Badezusatz deklariert. Problematisch war bisher, dass die Produkte häufig aus dubiosen Quellen stammten, das Herstellungsverfahren meist nicht transparent war und es erhebliche Qualitätsunterschiede gab. Jetzt hat die EU-Lebensmittelbehörde EFSA das Produkt als Süßungsmittel zugelassen. Allerdings müssen Hersteller sicherstellen, dass eine Tageshöchstmenge von 4 Milligramm pro Kilo Körpergewicht nicht überschritten wird. Ab dem 3. Dezember dürfen in Deutschland Lebensmittel mit Stevia in die Regale kommen.
Dennoch wird auch in Zukunft nicht jeder Zucker durch Stevia ersetzt. Es soll hauptsächlich in Produkten eingesetzt werden, die kalorienreduziert oder ohne Zucker hergestellt werden, zum Beispiel bei Getränken wie Cola oder Limonaden, die jetzt schon in die "light" oder "zero" Kategorien fallen. Bei welchen Produkten Stevia verwendet wird, bleibt den Herstellern überlassen. In der Zutatenliste wird der Stoff den Namen E960 tragen.
Die EU-Kommission verabschiedete zudem zwei Rechtsvorschriften, um die Verwendung von Lebensmittel-Zusatzstoffen transparenter zu machen. Dadurch könnten Verbraucher leichter in Erfahrung bringen, welche Zusatzstoffe genau in Lebensmitteln erlaubt seien, teilte der zuständige EU-Kommissar John Dalli mit. So sollen Verbraucher, Unternehmen und Kontrollbehörden nachforschen können, welche Zusatzstoffe für ein bestimmtes Lebensmittel zugelassen sind.
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Quelle: AFP
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