10.08.2011, 10:15 Uhr | tze
Gewebetypisierung per Wattestäbchen. (Foto: DKMS)
Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie, darunter viele Kinder. Für viele Erkrankte ist eine Stammzelltransplantation die einzige Chance auf Heilung. Doch die Suche nach einem geeigneten Spender gleicht der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen, denn es müssen wesentliche Gewebemerkmale übereinstimmen. Je mehr Menschen sich als Spender registrieren lassen, desto mehr Leben können gerettet werden. Die Ermittlung der Gewebemerkmale ist mittlerweile kurz und schmerzlos: Man braucht nur zwei Wattestäbchen.
Bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen haben sich bereits über zwei Millionen Menschen registrieren lassen. Seit ihrer Gründung vor 19 Jahren hat die gemeinnützige Gesellschaft fast 22.000 Stammzelltransplantationen ermöglicht. "Inzwischen können wir für etwa 80 Prozent der Betroffenen einen passenden Spender finden," sagt eine Sprecherin der DKMS. Doch gleichzeitig bedeutet dies, dass jeder fünfte Leukämiekranke vergeblich wartet.
Dass jeder plötzlich diese Blutkrankheit bekommen kann und dann dringend ein Stammzellspender gefunden werden muss, darauf werden viele erst aufmerksam, wenn ein Familienmitglied, Freund oder ein Mensch aus dem Wohnort betroffen ist.
Das Typisierungsset wird zugeschickt. (Foto: DKMS)Jeder kann helfen, indem er sich als Stammzellspender registrieren lässt. Jede Neuaufnahme kostet die DKMS 50 Euro, die entweder vom Stammzellspender selbst oder aus Spendengeldern finanziert werden.
Heutzutage muss man sich für die Gewebetypisierung nicht einmal Blut abnehmen lassen. Wer sich per Brief oder auf der Homepage der DKMS als Spender anmeldet, bekommt eine Einverständniserklärung und ein Set mit zwei steril verpackten Wattestäbchen nach Hause geschickt. Die beigefügte Anleitung erklärt, wie man damit einen Abstrich von der Mundschleimhaut nimmt. Diese kleine Gewebeprobe wird an die DKMS zurückgeschickt. Sie genügt, um im Labor zehn entscheidende Gewebemerkmale zu bestimmen. Alternativ kann man an regionalen Typisierungsaktionen teilnehmen, bei denen eine winzige Menge Blut abgenommen wird - fünf Milliliter reichen schon.
Die Gewebemerkmale der Spender werden anonymisiert in der Datenbank registriert und können schnell mit jenen von Erkrankten abgeglichen werden. Stimmen mindestens acht Merkmale überein, werden weitere Tests veranlasst. Zwar werden die Daten weltweit zur Verfügung gestellt, doch die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender zu finden, ist in der Heimatregion des Erkrankten am größten. "Jede ethnische Gruppe hat typische Gewebemerkmalskombinationen. Sie unterscheidet sich umso stärker, je weiter die Herkunft des Patienten und potenziellen Spenders auseinander liegen", erklärt die DKMS-Sprecherin.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass dem Stammzellspender Rückenmark entnommen wird. Richtig ist, dass mit Punktionsnadeln ein wenig Knochenmark am Beckenknochen "gezapft" wird. Das geschieht unter Vollnarkose während eines etwa dreitägigen Krankenhausaufenthalts. Das gespendete Knochenmark regeneriert sich beim Spender innerhalb von zwei Wochen vollständig.
Daneben gibt es eine neue, ambulante Methode, die so genannte periphere Stammzellentnahme. Dabei bekommt der Spender fünf Tage lang einen hormonähnlichen Stoff unter die Haut gespritzt, der bewirkt, dass vermehrt Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut abgegeben werden. Diese werden dann mit einem speziellen Verfahren aus dem Blut des Spenders herausgelöst. Für beide Methoden gilt: Was für den Spender ein harmloser Eingriff ist, schenkt einem Leukämiekranken die Chance, zu überleben.
Wer sich als Stammzellspender registrieren lassen möchte, kann sich auf der Website der DMKS anmelden, oder per Post bei der DKMS die Unterlagen anfordern (DKMS-Zentrale, Kressbach 1, 72072 Tübingen).
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tze
Tanja schrieb:
am 3. November 2010 um 20:40:37
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Stefan Morsch Stiftung
Ich bin seit Jahren bei der Stefan Morsch Stiftung registriert. Sie haben die Typisierung bezahlt. Ich habe selber
Stammzellen gespendet und habe eine super betreuung erlebt bei der Stiftung! Weh tut es nicht!! Und ich habe jemanden wieder leben geschenkt! Ein schöners gefühl gibt es nicht!!!
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Ein neuer Spender schrieb:
am 8. Oktober 2010 um 17:18:07
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Stammzellenspender
Habe mich angemeldet online, da ein Familienmitglied schwer erkrankt ist & NUR e. Knochenmarkspende d. Chance zum
Überleben gibt.
Es wär so toll wenn sich noch viel mehr Menschen anmelden könnten. Einfach DKMS.de anklicken, alles ausfüllen und absenden. Nach 2 Tagen hat man die Unterlagen und kann den Test durchführen. Wer kein Geld für die Rücksendung des Umschlags mit den Wattestäbchen hat, kann ihn auch so in die Post werfen. Es wird dann von Spendengeldern finanziert. Biite machen Sie mit!!!
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Michael Barthels schrieb:
am 7. Oktober 2010 um 15:51:45
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50,- Euro
@Hamas: nein, die 50,- Euro können freiwillig gespendet werden. Man kann sich auch ohne finanzielle Unterstützung bei uns
typisieren lassen. Allerdings freue wir uns über jede Geldspende, denn die DKMS ist als gemeinnützige Organisation auf Geldspenden angewiesen, um ihre erfoglreiche Arbeit durchzuführen.
Also: die 50 Euro sind kein Muss!
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