24.11.2009, 12:49 Uhr | cme
Zu viel Sport ist ungesund. (Foto: Archiv)Eigentlich sind sich Mediziner und Gesundheitsapostel einig: Sport ist gesund. Er stärkt Immunsystem, Herz und Kreislauf, hält Muskeln und Knochen gesund und beugt vielen Krankheiten vor. Allerdings gibt es auch Gründe, keinen Sport zu treiben oder zumindest vorsichtig an die Sache heranzugehen. Denn wer es übertreibt, riskiert im besten Fall Muskelkater, im schlimmsten Fall ernste Verletzungen. Wussten Sie, dass zu viel Sport sogar unfruchtbar machen kann? Wir sagen Ihnen, welche Sportarten Ihrer Gesundheit schaden und wie Sie erkennen, ob Sie zu viel trainieren.
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Moderater Sport kann Lust und Potenz steigern, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Doch bei exzessivem Sport schlägt dieser Effekt ins Gegenteil um: "Sport ist Stress für den Körper und braucht immer eine Regenerationsphase", sagt Prof. Ingo Froboese von der Deutschen Sporthochschule Köln. Wird zu intensiv trainiert, versucht der Körper, an anderen Stellen Energie zu sparen. So fährt er unter anderem die Hormonproduktion zurück, die Libido lässt nach. Insbesondere intensiver Ausdauersport kann Müdigkeit und Lustlosigkeit auslösen. Bei Frauen kann intensives Training sogar bis zur Unfruchtbarkeit führen, wie eine aktuelle norwegische Studie zeigt. Dabei waren vor allem die Frauen betroffen, die regelmäßig oder sogar täglich bis zur Erschöpfung trainierten.
Eine Überbelastung zeigt sich bei Männern und Frauen in ganz unterschiedlicher Weise: "Bei Frauen bleibt häufig die Regelblutung aus, der Knochenaufbau wird beeinträchtigt, es kommt zu Ermüdungsbrüchen", sagt Froboese. Dem Sportmediziner zufolge verändern sich auch die Körperproportionen der Frau: "Ihre Weiblichkeit geht zurück". Bei Männern hingegen sei neben dem Libidoverlust häufig eine allgemeine Müdigkeit und Erschöpfung sowie Schlaflosigkeit zu beobachten.
Ein weiteres Zeichen für zu viel Sport ist bei Männern wie Frauen eine erhöhte Herzfrequenz. Dies lässt sich laut Ingo Froboese leicht anhand des Ruhepulses messen. "Wer seinen Ruhepuls jeden Morgen noch vor dem Aufstehen misst, erkennt leicht die Überlastung", so der Experte. "Ist der Puls um vier bis sechs Schläge gegenüber dem an anderen Tagen gemessenen Ruhepuls erhöht, hat man entweder einen Infekt oder zu viel trainiert." Und noch eine Faustregel nennt der Sportmediziner: "Anfänger brauchen nach dem Training je nach Sportart und Intensität ein bis drei Tage Pause, damit sich der Körper erholen kann."
Auch wer es nicht übertreibt, kann sich beim Sport verletzen. Ein hohes Risiko besteht vor allem bei Ballsportarten wie Fußball, Tennis, Handball oder Volleyball. Auch beim alpinen Skilauf, Reiten, Kampfsport oder Gewichtheben kann schnell etwas schief gehen. Wer dieses Risiko meiden will, übt sich am besten in sanften Sportarten mit niedrigem Verletzungsrisiko. Dies sind zum Beispiel Schwimmen, Aquasport oder Walking.
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