22.08.2011, 09:05 Uhr | cme, pte
Im Sommer sollte man seine Augen schützen. (Foto: imago)
Wer das schöne Wetter dieser Tage genießen möchte, sollte nicht nur die Haut, sondern auch seine Augen schützen. Denn Sonnenlicht schadet der Netzhaut und kann im schlimmsten Fall zur Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) führen, zeigt eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilian-Universität. Auch Rauchen und Bluthochdruck fördern die Augenkrankheit, die sogar blind machen kann.
Die Forschergruppe aus München untersuchte den Einfluss von Sonnenlicht auf die Netzhaut im Labor. "Die durch Licht induzierten Veränderungen sind mit denen, die nach der Behandlung mit Wasserstoffperoxid auftreten, vergleichbar", erläutert Marcus Kent, Mitautor der Studie. Wasserstoffperoxid kann die Zellen irreparabel schädigen. Ob und wie sich diese Prozesse medikamentös stoppen lassen, wird derzeit noch erforscht. AMD ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in den Industrienationen.
Doch auch ohne Medikamente gibt es Möglichkeiten, einer AMD gezielt vorzubeugen. Rauchen und Bluthochdruck sind wichtige Risikofaktoren, die es zu vermeiden gilt. Daneben schützt vor allem eine gute Sonnenbrille vor der Augenkrankheit. Die Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) empfiehlt, an hellen Tagen eine Sonnenbrille mit UV-Schutz zu tragen. Brillen ohne UV-Schutz dagegen schadeten mehr als sie nützen. Denn die Pupille stellt sich weit, wenn die Gläser verdunkeln. Ohne UV-Schutz im Glas dringe auf diese Weise noch mehr schädliche Strahlung in das Auge als ohne Sonnenbrille. Sonnenbrillen sollten über einen Breitband-UV-400-Schutz verfügen.
Auch eine gesunde Ernährung beugt der Augenkrankheit vor. Denn bestimmte gelb-orange Pflanzenfarbstoffe schützen unser Sehorgan, erläutert Gabriele Lang, Augenärztin aus Ulm: "Über die Nahrung aufgenommen, lagern sich die Pigmente Lutein und Xeaxanthin im Auge an, filtern kurzwelliges UV-und Blaulicht heraus und schützen dadurch die Fotorezeptoren der Netzhaut", so die Expertin der DOG. Neue Studien bieten laut Lang Grund zur Annahme, dass vor allem eine Kombination an Mikronährstoffen dem Auge zu dieser "inneren Sonnenbrille" verhilft. Neben Lutein und Xeaxanthin aus Brokkoli, Feldsalat, Mais oder Spinat sind es vor allem Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch, aber auch Weintraubenextrakt und Substanzen aus Olivenöl, die dem Auge gut tun.
Altersbedingte Makuladegeneration tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf. Über 75 Jahren ist etwa jeder dritte bis fünfte Deutsche betroffen. Bei der Krankheit gehen die Sinneszellen an der Stelle des schärfsten Sehens zugrunde. Betroffene bemerken beim Lesen zunächst eine verschwommene Stelle oder einen grauen Schatten, haben aber keine Schmerzen. Man unterscheidet zwei Formen der AMD: Die trockene Form verläuft eher langsam und schleichend. Bei der feuchten Form wuchern Blutgefäße in die Netzhaut. Dabei kommt es zu einem sehr schnellen Verlust der Sehkraft. Makuladegeneration lässt sich relativ gut behandeln, wenn sie rechtzeitig entdeckt wird. Ab dem 40. Lebensjahr sollte daher jeder regelmäßig seine Augen kontrollieren lassen.
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Quelle: Pressetext
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