04.08.2011, 12:39 Uhr | lac
Sonnencreme senkt das Hautkrebsrisiko - einen hundertprozentigen Schutz bietet sie aber nicht. (Foto: imago)
Stundenlang am Strand in der Sonne brutzeln - kein Problem, wenn man gut eingecremt ist, denken viele. Aber das ist ein Irrtum. Denn Sonnencreme allein bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor Hautkrebs, warnt Dr. Eva Kalbheim, Sprecherin der Deutschen Krebshilfe in Bonn. So beugen Sie Hautkrebs vor.
"Wenn wir uns der Sonne aussetzen, dringt UV-Strahlung in die Haut ein und zerstört das Erbgut in den Zellen", erklärt Kalbheim. Der Körper kann diesen Schaden zum Teil selbst reparieren. "Jeder hat ein UV-Konto, das abhängig vom Hauttyp ist", so die Expertin. Bei Hauttyp 1, also Menschen mit sehr heller Haut und Sommersprossen, rötet sich die Haut schon nach fünf Minuten ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne. "Diese Rötung ist ein Zeichen für eine Entzündung", sagt Kalbheim. Doch das Erbgut in den Zellen werde schon geschädigt, bevor die Haut rot wird. Deshalb sei es auch möglich, Hautkrebs zu bekommen, obwohl man nie einen Sonnenbrand hatte.
Sonnencreme verstärkt den Selbstschutz der Haut. Wer sich der UV-Strahlung aussetzt, sollte deshalb auf jeden Fall Sonnenmilch auftragen. Aber einen völligen Schutz bietet sie nicht. "Trotz Sonnencreme dringt immer noch UV-Strahlung in die Haut ein", erklärt Kalbheim, "es dauert nur länger, bis die Strahlung Schaden anrichtet." Sonnencreme sei deshalb nur der zweitbeste Schutz gegen Hautkrebs. "Der beste Schutz ist Kleidung." Außerdem sollte man die Mittagssonne meiden und die Zahl der Sonnenbäder auf 50 im Jahr begrenzen. Wichtig zu wissen ist auch, dass nicht alle Sonnencremes Hautkrebs vorbeugen: Entscheidend ist hierfür nämlich der Schutz vor UVA-Strahlen. Diese Strahlen beschleunigen die Hautalterung und können Hautkrebs verursachen. Beim Sonnencreme-Kauf sollte man deshalb darauf achten, dass der UVA-Schutz auf der Flasche angegeben ist.
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Besonders gefährdet, an Hautkrebs zu erkranken, sind alle, die in den 60er bis 80er Jahren aufgewachsen sind. "In dieser Zeit hat sich das Freizeitverhalten der Deutschen geändert. Plötzlich fuhren alle zum Strandurlaub nach Italien", erklärt Kalbheim. "Gleichzeitig war Sonnenschutz aber damals noch kein Thema. Man ist in der Sonne geblieben, bis die Haut Blasen geworfen hat." Wer als Kind häufig ungeschützt am Strand gespielt hat, hat jetzt als Erwachsener ein hohes Hautkrebsrisiko. Die Krebshilfe empfiehlt, sich regelmäßig beim Hautarzt auf veränderte Leberflecke untersuchen zu lassen. "Wenn Hautkrebs frühzeitig erkannt wird, gibt es eine hundertprozentige Heilungschance", sagt die Expertin.
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