04.09.2009, 17:43 Uhr | AP, Benedikt von Imhoff
Dieses Logo steht für Qualitätskontrolle im Dienste der Verbraucher. (Foto: Stiftung Warentest)Ob Olivenöl, Waschmaschinen oder Fußballstadien - es gibt kaum etwas, was die Stiftung Warentest nicht unter die Lupe genommen hat. Seit 45 Jahren ist sie eine feste Größe in der Bundesrepublik und für viele Verbraucher nicht mehr wegzudenken. Der Aufwand bei den Tests ist teils enorm. Bis ein Urteil feststeht, können Monate vergehen. Die Stiftung wurde im Dezember 1964 gegründet und 1966 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift "Test".
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Nach dem Willen der Regierung sollte die Stiftung ein Gegengewicht sein zu den Herstellern und den Verbrauchern neutrale Informationen über die tatsächliche Qualität von Produkten und Dienstleistungen liefern. Mehr als 80.000 Produkte wurden seither auf Herz und Nieren geprüft. Seit 1991 gibt es auch die Zeitschrift Finanztest, die sich vor allem mit Themen wie Altersvorsorge, Steuern und Versicherungen befasst.
"Unabhängigkeit ist unser großes Markenzeichen", betont Holger Brackemann, oberster Testchef der Stiftung. So werden die Prüfmuster stets anonym im Handel gekauft. Bezahlt wird grundsätzlich in bar. So soll vermieden werden, dass Hersteller zurückverfolgen können, wer als Testkäufer unterwegs ist. Den Herstellern wird nicht einmal mitgeteilt, in welchem Prüfinstitut am Ende die Tests durchgeführt werden. Die Geheimniskrämerei hat einen Grund. So soll vermieden werden, dass Druck auf die Institute ausgeübt wird.
Tatsächlich geht es für die Hersteller um eine ganze Menge. Vom Urteil der Tester hängt ab, ob ihre Waren im Regal liegenbleiben oder weggehen wie warme Semmeln. Anbieter mit schlechten Noten versuchen dann mitunter mit juristischen Mitteln gegen die Stiftung vorzugehen. Beklagt wird dabei immer wieder auch, dass die Hürden bei Sicherheitsprüfungen viel zu hoch seien. Die Tester können sich indes auf mehrere Grundsatzurteile stützen; bis heute wurde die Stiftung nach eigenen Angaben in keinem einzigen Fall rechtskräftig zu Schadensersatz verurteilt.
Bundesweit rund 100 neutrale Institute werden nach den Angaben regelmäßig von der Stiftung Warentest beauftragt. Teilweise kooperiert sie aus Kostengründen auch mit Warentestern im Ausland, um die Kosten zu begrenzen. Umfangreiche Tests können mehrere Monate dauern und mehrere hunderttausend Euro kosten. Geprüft wird nach wissenschaftlichen Kriterien.
Die Hersteller können bei der Ausarbeitung des Prüfkatalogs ein Wort mitreden und nach dem Test Einsicht ins Gutachten nehmen. Auch wenn die Unternehmen wissen, nach welchen Kriterien geprüft wird, nützt ihnen das nach Angaben der Warentester nichts. Denn die Produkte werden eingekauft, bevor die Hersteller über die anstehenden Testläufe informiert werden.
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AP, Benedikt von Imhoff
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