08.06.2011, 12:04 Uhr
Ein wackeliges Gurtband, das Körper und Seele ins Gleichgewicht bringt: Slacklinen als Outdoor-Trendsportart.
Barfuß zu balancieren bringt Körper und Seele ins Gleichgewicht – und ist eine vielseitige Freizeitbeschäftigung, die Jung und Alt in den Bann zieht. Also: Auf in den Park und die Seile spannen!
Was bereits Ende der 70er Jahre in der Kletterszene des Yosemite-Nationalparks in den USA erfunden wurde, ist inzwischen auch bei uns ein sportlicher Trend – Slacklinen, auch Slacklining oder Slacken genannt. Das Balancieren auf einem lose oder schlaff (englisch: „slack“) gespannten Gurtband stellt eine wahre Herausforderung an Koordination und Gleichgewicht dar. Anders als das straff gespannte Stahlseil im Zirkus besteht die Slackline aus elastischem Material, das sich durch das Eigengewicht des Freizeitakrobats dehnt und ständige Ausgleichsarbeit erfordert. Ohne Konzentration und Körperspannung läuft da gar nichts. Die Fähigkeit, den Körper aktiv im Gleichgewicht zu halten und zu beherrschen, schnelles Reaktionsvermögen und gute Arm-Bein-Koordination helfen Stürzen vorzubeugen und trainieren idealerweise den gesamten Muskelapparat. Slacklinen hat sich als eigenständiger Freizeitsport etabliert. Es ist aber auch die perfekte Ergänzung für viele andere Sportarten wie Ski- und Snowboardfahren, Surfen, Skaten, Leichtathletik, Tanzen, Klettern und Rudern.
Das wichtigste ist natürlich die Slackline: zwei Schlauchbänder von etwa zweieinhalb Zentimetern Breite, die mittels einer Ratsche miteinander verbunden werden. Ein Komplett-Slackline-Set mit Spannelement und Baumschutz – dieser soll den Baum vor Reibung schützen – gibt es ab 60 Euro. Von Eigenkonstruktionen mit Billigkarabinern ist generell abzuraten, da enorme Kräfte auf das Band wirken. Unsachgemäß verwendete Haken können so zu lebensgefährlichen Geschossen werden.
Die Grundvoraussetzungen sind leicht gegeben: die Slackline an zwei festen Punkten, meist Bäumen, in einem Abstand von 10 bis 15 Metern und einen halben Meter über dem Boden befestigen. Ein weicher Untergrund, zum Beispiel Gras, Sand oder Turnmatten, ist empfehlenswert, damit man auch bei kleinen Fehltritten auf der Slackline sanft fällt. Als Einsteiger braucht man ein wenig Geduld – und am besten einen Freund, der einem während der ersten Übungsstunden Hilfestellung leisten kann. Denn selbst das Gehen und Stehen auf dem Schlauch ist anfangs schwerer als gedacht. Deshalb heißt es: üben, üben, üben! Wer schließlich das Ausbalancieren mit Beinen und Armen beherrscht, kann ein längeres Stück allein gehen – und hat schon viel erreicht. Fortgeschrittene können auf der Line einige Tricks versuchen: Hinsetzen oder -legen, in die Hocke gehen, springen oder gleiten – immer einen Fuß vorschieben, ohne ihn von der Line abzuheben. Oder man probiert mal eine Drehung oder einen Schneidersitz. Profis machen sogar einen Handstand oder einen Spagat auf dem Seil!
Das Slacklinen hat sich zu einer Sportart mit unterschiedlichen Spielarten entwickelt. Die Lowline, die gebräuchlichste Art der Slackline, wird etwa kniehoch befestigt und ermöglicht so ein einfaches Auf- und Absteigen – beliebt vor allem bei Anfängern. Die Highline wird meist ein paar Meter, manchmal auch ein paar hundert Meter hoch gespannt. Neben dem Balancieren geht es den Highlinern darum, einen Abgrund in schwindelerregender Höhe zu überwinden. Das ist nur absoluten Profis vorbehalten, denn man muss sich sehr gut mit der Selbstsicherung und der Befestigung der Line auskennen. Das Tricklinen mit artistischen Sprüngen und Moves auf der Line erfordert eine Aufspannhöhe von rund einem Meter. Es ist ebenso wie das Longlinen – das Bewältigen einer möglichst langen Strecke – oder das Waterlinen – das Slacklinen über dem Wasser – eine Unterdisziplin des Slacklinen.
Weight Watchers Online:
* Die genauen Angebotsbedingungen entnehmen Sie den entsprechenden Angebotsseiten von Weight Watchers.
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.
