13.12.2010, 08:21 Uhr | dapd
Sinusitis - schmerzhafte und lästige Atemwegserkrankung (Foto: Archiv)
Nur ein harmloser Schnupfen oder doch schon eine Nasennebenhöhlenentzündung? Wenn die Nase dicht ist, es hinter Stirn und Wangen drückt und der Kopf dröhnt, ist aus einem einfachen Schnupfen eine Sinusitis geworden. Vor allem bei chronischen Fällen hilft alles, was die die Schleimhäute zum Abschwellen bringt: Nasendusche, Inhalationen und viel trinken. Außerdem sollte man auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achten.
Was im Volksmund "verstopfte Nebenhöhlen" genannt wird, bezeichnen Experten als Kieferhöhlen-, Stirnhöhlen-, Siebbein- oder Keilbeinhöhlenentzündung beziehungsweise Sinusitis, wie der Landesvorsitzende der Region Baden des deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte, Michael Deeg, erläutert. "All diese Höhlen sind mit der Haupthöhle, nämlich den Nasenlöchern, durch feine Kanäle verbunden. Wird diese Verbindung durch Schwellungen an den Schleimhäuten oder durch Sekret blockiert, wird's im wahrsten Sinne des Wortes eng", sagt der HNO-Arzt aus Freiburg.
Beim gesunden Menschen sind die Nasennebenhöhlen gut belüftet. Das Sekret, mit dem die Schleimhäute die Nebenhöhlen zur Reinhaltung befeuchten, fließt anschließend durch den Nasen-Rachenraum ab. Holt sich der Mensch aber einen Schnupfen, kann die Sache schnell ganz anders aussehen. Vor allem diejenigen, deren Nebenhöhlenkanäle sehr schmal sind, eine gekrümmte Nasenscheidewand, Polypen oder von Natur aus leicht entzündliche Schleimhäute haben, seien jetzt gefährdet.
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Wenn sich Sekret in den Nebenhöhlen staut, finden Bakterien wie Streptokokken, Pneumokokken oder auch Hämophilus influenza einen idealen Nährboden zur Vermehrung. "Die meisten Erkältungenen sind Viruserkrankungen. Aber durch so einen Bakterienstau setzt sich leicht eine zusätzliche bakterielle Entzündung drauf, die dem Patienten dann schwer zu schaffen macht", sagt Deeg. Der Schnupfen wird dann meist eitrig, bei schweren Entzündungen treten Fieber, Abgeschlagenheit und Sehstörungen auf. Kopfschmerzen oder Druckgefühl sind dann ebenfalls die Folge, in schweren Fällen pocht der Schmerz über der Stirn, im Wangenbereich, hinter den Augen oder sogar bis in den Hinterkopf. Die Schmerzen verstärken sich, sobald man den Oberkörper nach vorne neigt - etwa beim Bücken - oder fest mit dem Fuß auftritt. Aber auch leichter Druck auf die betroffenen Stellen kann schmerzhaft sein.
"Jetzt ist es am dringlichsten, die Schleimhäute abzuschwellen und den Schleim zu lösen", erläutert Deeg. "Dazu kann der Arzt Medikamente verschreiben, bei einer durch einen Abstrich nachgewiesenen bakteriellen Infektion auch Antibiotika. Doch auch der Patient selbst kann viel zu seiner Heilung beitragen." So solle er zum Beispiel reichlich trinken, um den Schleim zu verflüssigen: "Empfehlenswert sind etwa drei bis vier Liter am Tag. Ideal sind Wasser, Tee und verdünnte Fruchtsäfte." Mindestens ebenso wichtig ist viel Schlaf. Das funktioniert bei einer Nebenhöhlenentzündung leichter, wenn der Kopf erhöht gelagert wird, so dass der Schleim nach unten abfließen kann. Bestrahlungen mit Rotlicht sind wohltuend und dämmen die Entzündung ein. Schließlich brauchen die Schleimhäute vor allem im Winter ausreichend Luftfeuchtigkeit, etwa durch regelmäßiges Lüften oder auch einen Luftbefeuchter. Zigarettenrauch dagegen reizt die Schleimhäute und ist deshalb tabu.
Auch schleimlösende und abschwellend wirkende Nasentropfen oder -sprays können durchaus sinnvoll sein, wenn bestimmte Regeln beachtet werden, ergänzt Vorstandsleiter Frank Herfurth vom Verband Unabhängiger Heilpraktiker in Köln. "Diese Medikamente sollte man auf keinen Fall länger als etwa fünf Tage anwenden, weil sich die Nasenflora sonst daran gewöhnt und Schaden nimmt. Aber im Akutfall sind sie sehr hilfreich", sagt Herfurth. Bei falschem Gebrauch kann es zu einer gefährlichen Abhängigkeit mit gravierenden Folgen kommen: Die Betroffenen verspüren den Zwang, Nasenspray zu benutzen, um wieder frei atmen zu können.
Wer regelmäßig - drei- bis viermal jährlich oder noch öfter - unter entzündeten Nebenhöhlen leidet, hat vermutlich dauerhaft gereizte oder verdickte Schleimhäute, erläutert Deeg. "Hier können Corticosteroide helfen. Häufig sind aber auch Nasenpolypen die Ursache. Sie sollten entfernt werden." Auch Allergiker leiden besonders oft unter geschwollenen oder entzündeten Nebenhöhlen, wie die Biologin und Allergie- und Asthmaberaterin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach weiß: "Für Betroffene ist es am wichtigsten, sich von den Stoffen fernzuhalten, auf die sie allergisch reagieren. Wo das nicht möglich ist, helfen Antihistaminika, cortisonhaltige Nasensprays, Nasendusche und Rotlicht." Ist die Nase nicht nur innen sondern auch außen gereizt, kann der entzündungshemmende Wirkstoff Dexpanthenol Linderung verschaffen, der in vielen Cremes enthalten ist und der Haut Feuchtigkeit und Elastizität gibt.
dapd
Jerry schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 16:50:52
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Alternativen
Habe seit Jahren Probleme, Horror-OP hinter mir, zwei Jahre später ging es wieder los. Mein Sohn nimmt gegen Entzündung im
Knie Wobenzym N.
Wird nur noch in Holland verkauft, aber problemlos bestellbar. Habe aufmerksam den Beipackzettel gelesen und festgestellt, dass das auch bei Nebenhöhlenentzündung hilft. Glaubt es mir ein Versuch ist es wert.
Ausser einem zu Beginn verstärkten Stuhlgang absolut nebenwirkungsfrei.
Macht euch über Wobenzym N im Netz schlau.
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Hanna schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 13:33:41
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nasenspray
Schon mal versucht nach alternativen beim apotheker gefragt? Zb. nasenspray mit salzwasserlösung haben mir gut geholfen und machen nicht süchtig.
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sauerbier schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 12:48:29
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Nasenspray
Na toll, ich brach das Zeug, weil mir ein HNO im Krankenhaus die Nase gerichtet hat, obwohl der Auftrag des Kollegen anders
lautete. Seitdem bekomm ich kaum noch Luft durch die Nase. Der neue HNO meint, mit Nasenspülung gehts besser. Nur eine anständige Korrektur der Nase sieht keiner als notwenig an, toll die haben ja keine Probleme mit der Luftnot in der Nacht. Wenn die Natur es mit einem nicht besonders gut gemeint hat (kleine Zinken), dann hat man halt Pech bei der heutigen Gesundheitsreform
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