vom Tue Apr 28 16:26:08 CEST 2009 | aktualisiert am Fri May 15 15:17:09 CEST 2009 | bri/AP
Mindert das Infektionsrisiko für andere: Ins Taschentuch niesen. (Foto: Archiv)Die Verunsicherung durch die Schweinegrippe ist groß. Jedoch besteht in Deutschland nach Einschätzung von Experten zurzeit nur eine sehr geringe Gefahr, mit dem Erreger der Schweinegrippe infiziert zu werden. Dennoch hat der Virologe Peter Wutzler von der Uni Jena ein paar Tipps parat, wie man das Risiko einer Ansteckung mindern kann. Normale Hygienemaßnahmen wie Händewaschen helfen schon eine Menge.
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Vor allem durch Husten oder Niesen kann es zu einer Tröpfcheninfektion kommen. Die Gefahr besteht auch, wenn die Infizierten in die Hand niesen oder husten und dann andere mit Handschlag begrüßen. "Es sind im Grunde die trivialen Dinge und die normalen Hygienemaßnahmen, auf die es jetzt ankommt", sagt Wutzler. "Man sollte also ins Taschentuch niesen oder husten und es dann wegwerfen, und wenn man keines hat, notfalls in den Ärmel, aber keinesfalls in die Hand."
Die Viren haften auch an Türgriffen oder anderen Gegenständen, allerdings bleiben sie hier nicht lange Zeit infektiös. Aus den genannten Gründen hält der Professor auch das gründliche Händewaschen mit Seife für äußerst wichtig. Eine Selbstverständlichkeit sollte es auch sein, zunächst nicht zu nahen Kontakt mit Reiserückkehrern aus den betroffenen Regionen zu haben.
"Die große Gefahr besteht darin, dass die Patienten bereits einen Tag vor der Erkrankung infektiös sind, aber noch nicht die Symptome zeigen", sagt Wutzler. Er beschreibt weiter: Die Viren werden aufgenommen und vermehren sich im Körper des Betroffenen. Das kann bis zum plötzlichen Ausbruch Stunden, vielleicht einen Tag dauern. In dieser Zeit scheidet der Betroffene, dem man noch nichts anmerkt, bereits die neuen Viren aus und kann andere damit anstecken. Der Ausbruch zeigt sich durch Fieber, Schüttelfrost, Husten, Schnupfen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch zu Erbrechen oder Durchfall kann es kommen. Die Ansteckungsgefahr hält bis zu sieben Tagen an, wobei der Tag vor dem Ausbruch am gefährlichsten ist.
Ob eine durchgemachte Grippeinfektion oder eine Impfung einen gewissen Schutz bietet, könne noch nicht gesagt werden, erklärt Wutzler. Entsprechende Medikamente wie Tamiflu oder Relenza gebe es nicht in der Apotheke zu kaufen. Sie müssten vom Arzt verschrieben werden. Man könne sie also nicht vorsorglich nehmen und sich dann hinlegen, meint Wutzler.
Angesichts der Schweinegrippe sagt Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, dass weder von Schweinen noch von Schweinefleisch eine Gefahr ausgehe. Die Bezeichnung Schweinegrippe sei ein "irreführender Begriff", da die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen werde. Der sich zur Zeit ausbreitende Virustyp sei bei Schweinen noch nicht nachgewiesen worden. Er sei einem Grippevirus bei Schweinen nur sehr ähnlich.
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