19.11.2009, 14:28 Uhr | cme
Schweinegrippe-Impfung: Schwere Nebenwirkungen sind zum Glück selten. (Foto: ddp)DieDiskussion um die Nebenwirkungen der Schweinegrippe-Impfung hat viele Menschen verunsichert. Soll man sich nun impfen lassen oder nicht? Wie schwer sind die viel diskutierten Nebenwirkungen? Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat nun eine Liste veröffentlicht, in der alle bislang gemeldeten Nebenwirkungen aufgelistet sind. In den ersten drei Wochen der Impfung wurden demnach bei 197 Personen unerwünschte Symptome beobachtet, 53 davon wurden als schwerwiegend eingestuft. Wir haben Informationen aus der Liste zusammengefasst.
Impfen oder nicht? Zehn Antworten zur Schweinegrippe-Impfung
Video Schweinegrippe: Übertragung, Schutz und Impfung
Etwa ein bis anderthalb Millionen Menschen haben sich seit Ende Oktober gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Relativ viele Menschen klagten danach über einen geröteten oder schmerzenden Arm. Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden allerdings erst 197 Fälle von möglichen Nebenwirkungen gemeldet. Dabei traten am häufigsten Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber und Übelkeit auf. 53 Fälle wurden als schwerwiegend eingestuft. Das Paul-Ehrlich-Institut weist allerdings darauf hin, dass es sich bei diesen Zahlen um Verdachtsfälle handelt, die kurz nach der Impfung aufgetreten sind. Es gab auch zwei Todesfälle kurz nach der Impfung, von denen in den Medien berichtet wurde. Doch diese haben laut PEI möglicherweise nichts mit der Impfung zu tun.
Der Tod der beiden Patienten, die kurz nach der Impfung starben, wird derzeit noch untersucht. Ein Kleinkind mit schwerem angeborenen Herzfehler und eingeschränkter Lungenfunktion bekam zwei Tage nach der Impfung Fieber und starb später. Im zweiten Fall starb eine 92-jährige Frau drei Tage nach der Impfung. Sie hatte bereits vorher Bluthochdruck und eine Nierenkrankheit.
Bei drei Männern und sieben Frauen wurden nach der Impfung schwere allergische Reaktionen beobachtet. Drei Menschen hatten Kreislaufprobleme und Atemnot, dreimal kam es zu einem anaphylaktischen Schock. Bei keinem der Patienten blieben gesundheitliche Schäden zurück.
Bei sechs Menschen kam es nach der Impfung zu Reaktionen des Nervensystems, wie zum Beispiel Kribbeln, Taubheitsgefühl, Schwindel oder Desorientiertheit. Das Paul-Ehrlich-Institut berichtet zudem von einem epileptischen Anfall kurz nach der Impfung bei einem Epileptiker. Drei Geimpfte bekamen kurz nach der Spritze Herzprobleme. Die Symptome sind sehr unterschiedlich und werden derzeit noch untersucht.
Das Paul-Ehrlich-Institut sieht derzeit keinen Anlass, die Impfempfehlung zu ändern. "Aufgrund der derzeit vorliegenden Daten ergibt sich kein Hinweis, dass man das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Pandemrix in irgendeiner Form ändern müsste", sagte Pressesprecherin Susanne Stöcker. Allerdings empfiehlt das Institut den impfenden Ärzten, Notfallmaßnahmen für allergische Reaktionen bereit stehen zu haben.
Die Liste der Nebenwirkungen gibt es hier (Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts). Wer sie anschauen möchte, muss vorher die Hinweise zur Interpretation der Daten lesen.
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