18.07.2008, 17:21 Uhr | bri
Eine der größten Gartenplagen: Die spanische Wegschnecke. (Foto: imago)Rotbraun, schleimig und gefräßig - die spanische Wegschnecke macht Gärtnern wieder zu schaffen, frisst über Nacht Beete kahl und vermehrt sich massenhaft. Dieses Jahr ist ganz besonders schlimm, sagen Experten. "Der feuchte Sommer 2007 und der milde Winter haben ideale Lebensbedingungen für die Schnecken geschaffen", sagt Dr. Reinhard Albert, Experte für biologische Schädlings- bekämpfung bei der Landesanstalt für Pflanzenschutz, Baden-Württemberg. Wir haben die besten Tipps gegen die Schnecken.
Nacktschnecken im Garten Tipps gegen die Schnecken-Invasion
Den milden Winter haben viele Eier der Schnecken überstanden, dementsprechend kriechen jetzt sehr viele der Schädlinge durch die Gärten. "Bei mir haben sie schon den ganzen Zucchini im Schrebergarten weggefressen", sagt Martina S. aus Darmstadt. Auch der Garten von Thomas Wagner, Fachberater beim Bund Deutscher Gartenfreunde, blieb nicht völlig verschont: "Selbst die Trockenheit im Frühsommer haben die Schnecken offenbar überstanden und sich auf meine Stauden gestürzt". In seinem Garten hat er schon beobachtet, dass die Tiere Mauern hoch kriechen, um in die Gärten zu gelangen. "Das wird ein verrücktes Schneckenjahr", so der Gartenfachmann.
Angesichts der Schneckenplage machen sich Gärtner allerorts Gedanken, wie man die Tiere aus den Beeten vertreiben kann. Zum Beispiel mit Schneckenzäunen, die im Fachhandel erhältlich sind. "Doch auch diese Zäune werden zuweilen von den Tieren überwunden. Ich rate deshalb dazu, zusätzlich Schneckenkorn um die Beete zu streuen. Geraten die Tiere darauf, entschleimen sie und sterben." Und auch ums regelmäßige Absammeln der Schädlinge wird der Gartenfreund kaum herumkommen, denn der Geruch toter Schnecken, lockt weitere Artgenossen an. Am besten die Toten möglichst schnell entsorgen.
Andere Gärtner schwören auf indische Laufenten. Die Vögel fressen die schleimigen Schädlinge liebend gerne. Schneckengeplagte können die Enten als eine Art Eingreiftruppe mieten. Jedoch sollte man den Vögeln frisches Wasser bereit stellen, sonst fressen sie die Schnecken nicht.
Doch nicht jeder Gärtner will seine Beete mit Zäunen umranden oder Enten mieten. Deshalb setzen viele auf Bierfallen: Einfach einen Becher oder eine Schüssel halbvoll mit Bier einfach bis zum Rand in den Garten eingegraben. Von dem Geruch des Gerstensaftes werden die Schnecken magisch angezogen. In die Falle sollen die Tier hereinfallen und verenden. Danach werden die Kadaver tief in die Erde eingegraben. Schädlingsexperte Albert hält diese Fallen nicht für sehr wirksam, weil die Tiere manchmal nach dem Gelage wieder aus dem Becher heraus kriechen und weil durch den Biergeruch noch mehr Schnecken aus der Umgebung angelockt werden. Außerdem schadet das Bier den Schnecken nur, so lange Alkohol enthalten ist. Doch der verfliegt im Garten sehr schnell.
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