03.12.2010, 10:55 Uhr | dapd / tze
Schnarchen kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen (Foto: imago)
Schnarchen kann nicht nur eine Dauerbelastung für die Partnerschaft sein, sondern auch ein Hinweis auf schwerwiegende Gesundheitsprobleme - zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlafapnoe. Welche Tricks gegen das Schnarchen helfen können, und wann man damit zum Arzt muss.
Bei Menschen, die laut schnarchen, verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit, das so genannte Metabolische Syndrom zu entwickeln. Das haben Mediziner der Universität Pittsburgh in einer Studie herausgefunden, die in der Zeitschrift "Sleep" veröffentlicht wurde. Das Metabolische Syndrom gilt als maßgeblicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall. Für eine Diagnose genügen drei der folgenden fünf Kriterien: Massives Bauchfett, Bluthochdruck, hoher Blutzucker, niedrige Werte des guten HDL-Cholesterins und eine hohe Konzentration bestimmter Blutfette, der sogenannten Triglyceride.
Die Mediziner prüften an 800 Erwachsenen, ob Schlafstörungen zum Metabolischen Syndrom beitragen. Jeder siebte Teilnehmer entwickelte im Lauf der folgenden drei Jahre die Störung. Lautes Schnarchen steigerte das Risiko um mehr als 50 Prozent. Die Forscher vermuten, dass die Blockade der Atemwege den Stoffwechsel stört. Bei Einschlafstörungen war das Risiko sogar um 80 Prozent erhöht. Probleme beim Durchschlafen hatten dagegen keinen Einfluss auf das metabolische Syndrom.
Das nächtliches Malmen schleift die Zähne ab. Aufbiss-Schienen und Entspannungstechniken können helfen. zum Video
Wer nachts von den eigenen Schnarchgeräuschen aufwacht und sich tagsüber oft müde und schlapp fühlt, leidet möglicherweise unter Schlafapnoe. So nennt man nächtliche Atemaussetzer. Pro Stunde stockt mehrmals der Atem, bis zu zehn Sekunden lang. Die Folge ist, dass man nicht in den erholsamen Tiefschlaf sinken kann, beziehungsweise immer wieder herausgerissen wird. Die ständige Übermüdung schränkt Betroffene nicht nur im Alltag ein, sondern macht sie auf Dauer krank. Schlafapnoe führt zu Bluthochdruck und Herzschäden.
Allnächtliches, lautes Schnarchen ist also oft keine harmlose Marotte, sondern ein Warnsignal. Deshalb ist es ratsam, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von einem Arzt abklären zu lassen.
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Quelle: dapd
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