07.01.2010, 14:13 Uhr | ag
Lüften beugt Schimmel in der Wohnung vor. (Foto: imago)
Schwarze Sprenkel, braune Stockflecken und ein muffiger Geruch sind untrügliche Zeichen für Schimmel in der Wohnung. Wie eine Studie der Universität Jena belegt, sind 20 Prozent aller Wohnungen in Deutschland betroffen. Besonders in der kalten Jahreszeit sprießen die Pilze gern an Fensterrahmen, Fugen und Wänden, schlimmstenfalls lagern sie sich auch an Möbeln und Kleidung ab. Doch Schimmel sieht nicht nur eklig aus, sondern kann auch ernsthafte gesundheitliche Schäden hervorrufen. Wir haben die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung zusammengestellt.
Schimmelsporen können sich an kalten, feuchten Wänden besser ausbreiten als an warmen. Deshalb entsteht Schimmel in Wohnungen und Häusern bevorzugt im Herbst und Winter. Denn zu dieser Zeit ist die Luftfeuchtigkeit im Haus sehr hoch. Dazu ein Beispiel: Eine normale Familie produziert Tag für Tag eine Wassermenge von zirka zwölf Litern allein durch den Aufenthalt in der Wohnung und den alltäglichen Aktivitäten wie Kochen oder Duschen. Kann die Luftfeuchtigkeit dauerhaft nicht entweichen, sammelt sie sich an Fenstern, ungeheizten Räumen oder schlecht isolierten Wänden - also den kältesten Stellen im Haus. Folgen sind beispielsweise modriger Geruch, sich ablösende Tapeten, Stockflecken oder Schimmelbefall.
Wenn Schimmel in Wohnräumen entsteht, fehlt oft eine ausreichende Luftzirkulation. Auch wenn es draußen kalt ist, sollten Sie daher mehrmals am Tag lüften: Fünf bis zehn Minuten Stoßlüftung bei offenen Fenstern reichen. Wichtig: dabei die Heizkörperventile schließen. Beim Dauerlüften über gekippte Fenster geht zu viel Energie verloren. Besonders wenn die Fenster beschlagen sind, ist das ein Hinweis darauf, dass die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum zu hoch ist. Schimmel kann aber auch dort entstehen, wo große Möbel - zum Beispiel Schränke - direkt an der Wand stehen oder Bilder und Vorhänge die Luftzirkulation behindern.
Auch bauliche Mängel wie aufsteigende Feuchte an Wasserleitungen und feuchtes Mauerwerk können Gründe für einen Schimmelbefall sein. Dabei sind es gar nicht die dünnen undichten Wände und Fenster sehr alter Wohnungen, die das Problem darstellen. Schlimmer ist es, wenn der Austausch von innen und außen durch Abdichten und Dämmen von Gebäuden nicht mehr gewährleistet ist. Denn dichte Häuser sind prinzipiell schlechter durchlüftet. Bei nicht fachgerechter Ausführung kann die Wärmedämmung schnell Schwachstellen aufweisen. So kommt es zu verstärkter Durchfeuchtung und dadurch zu Schimmel. Aber auch bei einem Wasserschaden oder einer undichten Duschwanne kann sich Nässe im Mauerwerk sammeln.
Pilzsporen verursachen Atemwegsleiden, wie Reizhusten, Engegefühl in der Brust und Asthma. Aber auch Hautreizungen, grippeähnlichen Beschwerden, heftige Erschöpfungszustände über Schwindel bis hin zu Gedächtnis- und Sprachstörungen können die Folgen sein. Die eigentliche Gefahr geht von den unsichtbaren Schimmelsporen aus, die wie feine Staubpartikel durch die Luft fliegen. Wenn Sie Schimmel entfernen, sollten sie sich daher immer mit Atemschutz, Handschuhen und Schutzbrille schützen. Wenn es zu großen, flächenhaften Schimmelbildungen kommt, sollten Sie immer eine Fachfirma mit der Schimmelbekämpfung beauftragen. Bei kleinen Stellen bis zu 40 Quadratzentimetern können Sie sich aber auch selbst helfen.
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