11.02.2011, 14:42 Uhr | jlu
Die bakterielle Vaginose ist eine der häufigsten Vaginalerkrankungen bei Frauen. Unter der Scheideninfektion leiden zwischen fünf und zehn Prozent der Frauen im geschlechtsfähigen Alter, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Das Problem: Die Hälfte der Betroffenen zeigt keine typischen Symptome, etwa vermehrten Ausfluss oder Juckreiz. Doch das ist gefährlich, denn eine nicht behandelte Infektion kann Folgeerkrankungen hervorrufen.
Eine bakterielle Vaginose ist eine Infektion der Scheide mit Bakterien, die dort sonst nicht vorkommen. Das Ungleichgewicht der Scheidenflora entsteht, wenn die Zahl der Milchsäurebakterien, die den Vaginalbereich vor Krankheitserregern schützen, abnimmt. Dadurch sinkt der ph-Wert und das Scheideninnere wird weniger sauer. Die Folge: Andere Bakterien, vor allem die der Gattung Gardnerella vaginalis, können sich stark vermehren und das Geschlechtsorgan infizieren.
In den meisten Fällen ist Geschlechtsverkehr der Auslöser einer bakteriellen Vaginose, so die Experten von der DGGG. Dennoch zählt die Infektion nicht zu den klassischen Geschlechtskrankheiten wie etwa Syphillis oder Tripper. Der Grund: Neben dem Sexualkontakt gibt es weitere Risikofaktoren. Dazu zählen zum Beispiel Stress, eine lang anhaltende Menstruation, Schwangerschaft oder Geburt. Auch übertriebene Intimhygiene mit Scheidenspülungen oder das Waschen des Genitalbereichs mit zu heißem Wasser begünstigt eine Erkrankung.
Auslöser sind Bakterien, Pilze, Parasiten oder Viren, die durch ungeschützten Verkehr übertragen werden. Betroffene berichten. zum Video
Dünnflüssiger, grau-weißer Ausfluss ist das Hauptsymptom einer bakteriellen Vaginose. Das Sekret riecht zudem fischig oder süßlich. Manche Betroffene bemerken den Geruch auch, obwohl sie keinen Ausfluss haben. Einige Patientinnen klagen zudem über Rötungen und Juckreiz im Genitalbereich oder Schmerzen beim Wasserlassen. Doch nicht immer treten die typischen Symptome auf: Rund die Hälfte der betroffenen Frauen hat keine Beschwerden und weiß deshalb nicht, dass sie erkrankt ist.
Doch genau das ist gefährlich: Wird die Infektion nicht behandelt, können die Bakterien ins Innere des Genitalbereichs aufsteigen und Eileiter- oder Gebärmutterinfektionen auslösen. Diese wiederum können zu Verwachsungen oder Unfruchtbarkeit führen. Frauen mit bakterieller Vaginose sind außerdem anfälliger für eine Infektion mit Chlamydien oder Gonokokken. Letztere lösen die sexuell übertragbare Krankheit Tripper aus. Auch für Schwangere kann eine nicht entdeckte Erkrankung Folgen haben: So steigt etwa die Gefahr, eine Frühgeburt zu erleiden. Zudem besteht das Risiko, dass das ungeborenen Kind eine Blutvergiftung bekommt. Wird die Scheideninfektion medikamentös behandelt, heilt sie in wenigen Tagen ab.
Vorbeugen kann man einer Vaginose nur indirekt: Da sie unter anderem durch Sex begünstigt wird, verringern Kondome das Infektionsrisiko. Auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sind empfehlenswert. Außerdem sollte man auf die richtige Intimhygiene achten: Das regelmäßige Waschen mit lauwarmem Wasser ist ausreichend. Spezielle Anwendungen wie Intimduschen und Scheidenspülungen oder zu heißes Wasser können die Vaginalflora ins Ungleichgewicht bringen.
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jlu
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