04.01.2008, 13:15 Uhr | sum, ag
Jahrhunderte lang galt Salz als einer der begehrtesten und kostbarsten Rohstoffe der Erde. Das trug ihm den Namen "weißes Gold" ein. Es ist nicht nur ein Würzstoff, sondern versorgt den Körper auch mit wichtigen Mineralstoffen. Doch die Deutschen nehmen zu viel Salz zu sich, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) feststellte. Das hat laut einer aktuellen US-Langzeitstudie schädliche Folgen für die Gesundheit. Lesen Sie hier, wie viel Salz man am Tag zu sich nehmen darf, ohne dass es dem Körper schadet, und bei welchen Lebensmitteln Sie vorsichtig sein sollten:
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Die Deutschen nehmen laut DGE im Durchschnitt zehn bis zwölf Gramm Salz pro Tag mit der Nahrung auf. Eine Fertigpizza enthält bereits zirka fünf bis acht Gramm, eine Dosensuppe zwischen sechs und neun Gramm. Mehr als sechs Gramm Salz am Tag schaden jedoch der Gesundheit. Die langfristig erhöhte Zufuhr kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, die schlimmstenfalls im Herzinfarkt oder Schlaganfall enden. Dass Salz sparen sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, hat die Langzeitstudie der Forscher Nancy R. Cook und Kollegen ergeben. Wie sie in dem Fachmagazin British Medical Journal berichteten, wurden zwei Versuchsgruppen nach zehn beziehungsweise 15 Jahren zu ihrem Salzkonsum befragt. Einer der Gruppen wurde in vorangegangenen Studien beigebracht, sich salzarm zu ernähren; die andere Gruppe änderte ihr Essverhalten nicht. Das Ergebnis: Die Menschen, die Salz vermieden, hatten bis zu 30 Prozent seltener Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zudem war bei den Salzvermeidern die Rate früher Todesfälle um 30 Prozent niedriger als bei der Kontrollgruppe.
Der Körper benötigt nicht so viel Salz, wie die meisten Menschen ihm zuführen. Denn Salz bindet das Wasser im Körper. Isst man zu viel davon, wird Wasser im Blut und im Gewebe angesammelt. Das belastet die Organe: Die Niere muss mehr arbeiten, das Herz stärker pumpen. "Ein Großteil der Salze ist in unserer Nahrung versteckt: in Wurstwaren, Brot und Käse, in Fast Food und Fertiggerichten", erklärt Silke Restemeyer von der DGE. Über Lebensmittel nehmen wir rund 80 Prozent des Salzes auf und nur 20 Prozent durch Würzen und Salzen. Die landläufige Annahme, dass zu viel Salz bei Menschen mit Bluthochdruck immer schädlich wirkt, ist allerdings überholt. "Sie gilt nur für bestimmte Menschen", so Restemeyer. Die persönliche Veranlagung spiele eine wichtige Rolle. Die Expertin rät dennoch zum sparsamen Umgang mit Salz. Besser sei es, mit frischen Kräutern und Gewürzen die Speisen aufzupeppen.
Da unsere Lebensmittel mit Ausnahme von Seefischen und Meeresfrüchten von Natur aus jodarm sind, empfiehlt Restemeyer, die Verwendung von Jodsalz im Haushalt. Damit könnten man den Jodbedarf decken und Mangelerscheinungen vorbeugen. Kochsalze mit Fluorid-Zusatz sind ein zusätzlicher Schutz gegen Karies, da sie die Mineralstoffe im Zahnschmelz stärken. Ein Zusatz von Folsäure kann ebenso dazu beitragen, dass der Körper ausreichend mit diesem Vitamin versorgt wird. Gesundheitliche Vorteile des rosafarbenen Himalayasalzes, das es in Bio- und Naturkostläden zu kaufen gibt und als Wundermittel gegen Gicht und Arthritis angepriesen wird, sind dagegen nicht erwiesen. "Auf den Körper hat es keine bessere Wirkung als das preisgünstigere Speisesalz mit Jod-Zusatz", meint Restemeyer.
Neben einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es noch weitere Gründe, die gegen übermäßigen Salzkonsum sprechen: Das britische Zentrum für Krebsforschung weist auf ein erhöhtes Magenkrebsrisiko hin. Es bezieht sich dabei auf auf eine japanische Studie. Gefährdet sind demnach Menschen, die sehr viel Salz - etwa 12 bis 15 Gramm am Tag - aufnehmen. Ein Forscherteam am Nationalen Krebsforschungsinstitut in Kashiwa bei Tokio hat die Ernährungsgewohnheiten von 40.000 Erwachsenen in Japan elf Jahre lang beobachtet. Demnach erkrankt in Japan durchschnittlich nur jeder tausendste Mann und jede zweitausendste Frau an Magenkrebs. Bei sehr hohem Salzkonsum erkranken jedoch einer von 500 Männern und eine von 1300 Frauen - das Krebsrisiko ist also doppelt so hoch. Die Studie war im "British Journal of Cancer" veröffentlicht.
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