06.07.2009, 11:22 Uhr | amau
Die Wahrheit über die Liebe. (Foto: Imago/Goldmann Verlag)
Jeder kennt Klischees wie diese: Männer jagen (vor allem Frauen), Frauen sammeln (am liebsten Schuhe). Beide wünschen sich eine perfekte Beziehung, doch im Grunde passen sie nicht zusammen. Sind die typischen Unterschiede wirklich ein Relikt aus der Steinzeit? Ist Liebe reine Hormonsache? Oder geben unsere Gene bei der Partnerwahl den Ton an? „Ganz so einfach ist das nicht“, meint Bestseller-Autor Richard David Precht (Wer bin ich und wenn ja wie viele, Goldmann Verlag, 2009).
Richard David Precht Ungewöhnliche Thesen über die Liebe
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Adam kann nicht zuhören und Eva schlecht einparken. Angeblich trennen sie Welten, denn er kommt vom Mars, sie von der Venus. Im Namen der Fortpflanzung versuchen sie es immer wieder miteinander. Viele der vermeintlichen Wahrheiten über die ach so „typischen“ Verhaltensweisen der Geschlechter nimmt Philosoph Precht in seinem aktuellen Buch „Liebe – ein unordentliches Gefühl“ auseinander. Weder hormonelle Unterschiede noch die Größe des Gehirns oder altbekannte Regeln, die seit der Steinzeit gelten sollen, seien ein Indiz für das explizit Männliche oder typisch Weibliche. Nur eines sei gewiss: Männer sind Menschen. Frauen auch.
Alle reden von der Liebe. Ob in Cafés, Internet-Foren oder romantischen Filmen – die besondere Anziehungskraft zwischen zwei Menschen sorgt beharrlich für Gesprächsbedarf. Eine Flut von Ratgebern verspricht, das Mysterium zu ergründen. Wirklich gelungen ist das bisher nicht. Die Liebe lässt sich eben nicht in die Karten gucken. Dies bestätigt auch Precht: „Es gibt keine zuverlässige Wissenschaft über die Liebe“, so der Autor. „Allen Versprechen zum Trotz.“ Aber sie sei eine „so schöne Sache, dass man sie nicht ständig überfordern sollte.“
Der Gedanke, unbedingt Mr. Perfect über den Weg laufen zu müssen, kann ganz schön Druck ausüben. „Die schlimmste Bedrohung einer Liebe ist der Terror des Ideals“, meint Precht. Einerseits wünschen wir uns vom geliebten Menschen ewige Sicherheit und Harmonie – andererseits erwarten wir den permanenten Kick des Abenteuerlichen. Ein gewisser Freiraum gehört ebenso zur Liebe wie die Luft zum Atmen. Auch ein Mix aus gleichen Werten, einer Prise Romantik und verbindenden Ritualen (die immer mal wieder aufgefrischt werden dürfen) können die Liebe zum Bleiben bewegen. Eine Garantie bis zum Lebensende gibt es jedoch nicht. Wir wissen nur, dass wir nicht viel über dieses rätselhafte Gefühl wissen. Und mal ehrlich: Das ist es doch, was die Liebe so spannend macht.
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