17.03.2009, 10:37 Uhr | AP/jlu
Zuckende Beine sind ein Symptom für das Restless-Legs-Syndrom. (Foto: imago)Zuckende Beine und kribbelnde Waden - diese Symptome sind typisch für das Restless-Legs-Syndrom (RLS). An dem Phänomen der unruhigen Beine leiden rund 800.000 Deutsche. Dabei sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.Gerade in Ruhesituationen leiden die Patienten unter Muskelzuckungen und verspüren einen starken Drang, sich zu bewegen. Manche machen trotz Müdigkeit deswegen sogar Gymnastik anstatt zu schlafen. Wir sagen Ihnen, welche Ursachen das RLS hat und was Sie dagegen tun können.
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"Typisch für das Restless-Legs-Syndrom sind Missempfindungen oder auch Schmerzen vor allem in den Beinen", sagt die RLS-Expertin Claudia Trenkwalder, Ärztliche Leiterin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel. Die Patienten bemerken oft ein Reißen, Ziehen oder Kribbeln in den Waden bis hoch zum Oberschenkel. Dabei sind die Beschwerden nach Angaben der Neurologin oft unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Symptome lassen zudem erst bei Bewegung nach, kehren jedoch meist in der nächsten Ruhesituation zurück.
Die meisten Betroffenen leiden außerdem beim Schlafen an Muskelzuckungen. Diese verursachen kurze Weckreaktionen, wodurch die Patienten nur oberflächlich und unruhig schlafen. "Man ist mit solchen Schlafstörungen tagsüber ständig müde, hat Konzentrationsstörungen und ist auch viel weniger leistungsfähig", sagt Martin Konermann, Ärztlicher Direktor des Marienkrankenhauses in Kassel. Unter Umständen drohen deswegen sogar Depressionen.
Doch nicht nur die zuckenden Muskeln führen zu Schlafstörungen. Da sie erst in den abendlichen Ruhephasen auftreten, verhindern auch die Schmerzen und das Kribbeln einen erholsamen Schlaf. Vor allem deshalb gehen viele Betroffene zum Arzt. "Im Durchschnitt dauert es jedoch zehn Jahre oder mehr, bis die richtige Diagnose gestellt wird", sagt Trenkwalder. So ergab eine französische Studie an 10.000 Patienten, dass die Ärzte bei zwei Dritteln eine Venenerkrankung statt dem RLS diagnostizierten. Die Folge: Die Betroffenen wurden oft jahrelang falsch behandelt.
Die Ursachen des Syndroms sind noch nicht eindeutig geklärt. "Mittlerweile konnten mehrere Gene identifiziert werden, die mit dem Auftreten von RLS in Verbindung stehen", sagt Trenkwalder. Über die Hälfte der Patienten hat Angehörige, die ebenfalls am RLS leiden. Bei dieser erblichen Form tritt die Krankheit häufig bereits vor dem 30. Lebensjahr auf. Doch auch eine Schwangerschaft, Eisenmangel und Parkinson können Auslöser für das RLS sein.
Heilbar ist das Syndrom nicht - es sei denn, es wurde von einer anderen Erkrankung verursacht. In leichten Fällen können die Patienten die Beschwerden meist gut ertragen. Hilfreich sind hier zum Beispiel Beinmassagen, kalte Fußbäder oder Kniebeugen. Betroffene sollten zudem auf Kaffee, Alkohol, Stress oder schwere körperliche Arbeit verzichten. Denn dies verstärkt die Beschwerden. "In schwereren Fällen ist eine medikamentöse Therapie notwendig", sagt Trenkwalder. Im Vordergrund steht dabei meistens die Verbesserung der Schlafqualität.
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AP/jlu
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