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Prostatakrebs-Risiko steigt bei familiärer Vorbelastung

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Prostatakrebs-Risiko steigt bei familiärer Vorbelastung

13.02.2012, 17:40 Uhr | dpa/tze

Prostatakrebs: Urologen, Fachärzte für Strahlentherapie und Strahlenphysiker bei einer Prostata-Untersuchung. (Foto: dpa)

Urologen, Fachärzte für Strahlentherapie und Strahlenphysiker bei einer Prostata-Untersuchung. (Foto: dpa)

Das Risiko für Prostatakrebs steigt nach einer Studie besonders, wenn Vater und Brüder jung daran erkrankten. "Hat ein Mann mehrere betroffene Angehörige, die womöglich sogar in jungen Jahren erkrankt sind, ist sein Risiko erheblich erhöht", erklärte Kari Hemminki, Leiter der Studie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Erkrankungsrisiko mit betroffenen Angehörigen um 23 Mal höher

Demnach haben beispielsweise Männer bis 65 Jahre mit drei erkrankten Brüdern ein 23-mal höheres Prostatakrebs-Risiko als Männer ohne betroffene Angehörige. Grundsätzlich stellten die Forscher fest, dass das Risiko umso größer ausfällt, je jünger die erkrankten Angehörigen sind. Der Experte empfiehlt Betroffene bei einer Vorbelastung in der Familie zu einer Früherkennungsuntersuchung. Die Studie umfasste von 26.671 Patienten mit Krebs der Vorsteherdrüse, 5.623 stammten aus Familien, in denen die Erkrankung bereits aufgetreten war.

Bei Früherkennung sind Heilungschancen sehr gut

In Deutschland erkranken jährlich rund 58.000 Männer an Prostatakrebs. Dies ist die häufigste Tumorart beim Mann. Wenn Prostatakrebs früh erkannt wird, sind die Heilungschancen sehr gut. Aber da sich dieser Krebs lange unbemerkt entwickelt, ist es lebenswichtig, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Sie wird für Männer ab 45 empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt. Wir haben wissenswerte Fakten zum Prostatakrebs zusammengestellt.

PSA-Test ergänzt Früherkennung

Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) im Herbst 2009 wurde eine neue Leitlinie zur Behandlung von Prostatakrebs vorgestellt. Dabei ging es auch um ein neues Früherkennungsverfahren, den so genannten PSA-Test. PSA steht für prostataspezifisches Antigen, das im Blut von Gesunden nur in geringer Konzentration vorliegt. Anhand des im Blut gemessenen PSA-Wertes könne eine differenzierte Behandlung geplant werden, hieß es.

Überwachung harmloser Tumore

"Liegt der PSA-Wert unter zwei Nanogramm pro Milliliter (2 ng/ml), sollte in einem Intervall von zwei Jahren kontrolliert werden", so die Empfehlung. Mit der Leitlinie bekommt der PSA-Wert nach den Worten von DGU- Generalsekretär Michael Stöckle einen höheren Stellenwert. "Mutmaßlich nicht lebensbedrohende Karzinome sollten dann aktiv überwacht werden." Mit der nun früheren PSA-Bestimmung könnten zehn Jahre gewonnen werden, in denen der Verlauf beobachtet werden könne. "Damit lassen sich unnötige Biopsien und Therapien vermeiden", heißt es.

"Nicht bei jedem Karzinom die Prostata opfern"

Die neue Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik und Behandlung des Prostatakarzinoms ersetzt nach zehn Jahren die bisherigen Empfehlungen. Mit der neuen Leitlinie werde ein differenzierter Umgang mit der Tumordiagnose angestrebt, sagte Stöckle. "Nicht bei jedem kleinsten Karzinom muss gleich die Prostata geopfert werden."

Was die Kasse zahlt

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Männern ab 45 Jahren die Kosten für eine jährliche Untersuchung der Prostata und des Genitalbereichs. Dabei werden Prostata, Genitalien und Lymphknoten abgetastet. Die Kosten für den etwa 30 Euro teuren PSA-Test werden bislang noch nicht von den Kassen übernommen.


Quelle: dpa

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Kommentare (2)

zum Forum

Thema: "Prostatakrebs-Risiko steigt bei familiärer Vorbelastung"

Selbstdenkend schrieb: am 27. April 2010 um 14:25:53
(0) (0) Und wenn mich die Vorbelastung nicht interessiert?
Die Lebensumstände der Kinder in Familen sind sehr ähnlich - bzw. fast gleich. Eher sind
die Ursachen dort zu suchen. Wenn die Krankheiten der Verwandetn nicht interessieren oder nicht bekannt sind? Wie sind dann die Wahrscheinlichkeiten? Übrigens der Erfinder des PSA-Tests ist wohl nicht sehr erfreut über das milliardenschwere Ausufern des Geschäftzweiges "Prostata". Es sollten mehr die Wahrscheinlichkeiten mit der Realität in Beziehung gebracht werden. Wie ist die Wachstumsgeschwindigkeit?
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Ich und meine schrieb: am 27. April 2010 um 13:48:31
(0) (0) Prostata
Ich bin 60 und habe eine vergrößerte Prostata, soll deshalb jährlich zur Kontrolle kommen. Mein Vater 85 hat auch eine verdickte
Prostata, kann nicht mehr so gut Wasser lassen, habe bei Besuchen schon mehrmals mitbekommen, daß er lange braucht, seine Blase zu entleeren. Seine Prostata ist sonst in Ordnung, aber auf so ein ewiges Wasser lassen, bin ich eigentlich auch nicht scharf, wie kann man da vorbeugen?
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