15.06.2011, 12:38 Uhr | dpa/dapd
Moderne Antibabypillen haben nach Darstellung von Professor Gerd Glaeske für Frauen ein doppelt so hohes Risiko für gefährliche Nebenwirkungen wie ältere Präparate. Dennoch würden die neuen Pillen der dritten und vierten Generation immer stärker verordnet, erklärt der Bremer Arzneimittel-Experte. Die Erkenntnisse stammen aus einem dem aktuellen Arzneimittelreport der Barmer GEK.
Erhöhte Gefahr der Thrombose
Bei den älteren Präparaten der so genannten zweiten Generation, die das Gestagen Levonorgestrel enthalten, komme es - berechnet auf 100.000 Frauen und die Einnahme über ein Jahr - zu 15 bis 20 Fällen gefährlicher Thrombosen, sagt Glaeske. Bei den neueren Präparaten seien es dagegen 30 bis 40 Fälle solcher Gefäßverschlüsse. Für seine Studie hatte Glaeske die Daten von rund neun Millionen Versicherten der Krankenkasse Barmer GEK ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass fast die Hälfte von 20 Pillen neuartige Hormone enthielt, die das Embolie-Risiko erheblich erhöhten. Pillen der dritten Generation enthalten in der Regel Gestogen, Desogestrel oder Norgestimat.
Den wesentlichen Grund für das erhöhte Risiko vermutet der Bremer Sozialwissenschaftler im Auslaufen der Patente für Pillen der zweiten Generation. Damit ist in der Regel ein Preisverfall des Produktes und damit finanzielle Einbußen für den Hersteller verbunden. Die noch patentgeschützten und deshalb für die Pharmaindustrie lukrativeren Verhütungspillen der dritten und vierten Generation würden dagegen gezielt beworben und vermarktet. Für die Frauen habe dies gesundheitliche Nachteile.
Glaeske rät allen Frauen, mit ihren Ärzten über ihr Pillen-Präparat zu sprechen und sich über die Risiken oder einen möglichen Umstieg beraten zu lassen. Keinesfalls sollten die Frauen aber plötzlich mit der Einnahme des Verhütungsmittels aufhören, riet der Wissenschaftler.
Der Verband forschender Arzneimittelhersteller wies die Kritik Glaeskes zurück. "Alle Antibabypillen können das Thromboserisiko etwas erhöhen", sagte der Pressesprecher Rolf Hömke und erklärte weiter: "einige Präparate etwas mehr, andere etwas weniger." Nicht nachvollziehbar sei, dass die Studienautoren nur auf dieses Kriterium abzielten. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung übte Kritik an der Studie. Sie warf den Autoren eine Pauschalisierung vor. Die Ärzte stützten sich bei ihren Verordnungen selbstverständlich auf die aktuellen medizinischen Leitlinien, sagte Sprecher Roland Stahl. Im durchregulierten Arzneimarkt seien die Freiheiten der Mediziner zudem beschränkt.
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Quelle: dpa , dapd
tanja schrieb:
am 15. Juni 2011 um 21:13:41
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pille
bei mir sind bald nach Einnahmebeginn die Leberwerte völlig aus dem Ruder gelaufen und ich musste erst mehrere Fachärzte aufsuchen,
bis klar war, was der Auslöser war. Schon 2 Wochen nach Absetzen waren die Werte deutlich besser. Heute sind sie glücklicherweise wieder normal. WARUM darf überhaupt etwas verordnet werden, das nachweislich gefährlicher ist?? Sonst wird doch auch alles jahrelang ausgetestet!!!!!! Traurig, wenns immer nur ums Geld geht. Wir zahlen doch sowieso!!!
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Fliege schrieb:
am 15. Juni 2011 um 20:48:01
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Verhütung
Ich verstehe nicht das noch heute die Frau (mit wenigen Ausnahmen) für die Verhütung verantwortlich ist. Selbst wenn die Pille
keine Nebenwirkungen hat, sie kostet Geld das man sich sparen kann. Ich habe mir mit 37 (ist 23 Jahre her) die Samenstränge durchtrennen lassen. Null Beschwerden, null Risiko. Keine Auswirkungen beim Sex (außer zeugungsunfähig). Für diesen Schritt muss man sich aber sicher sein, Rückgängig machen geht nicht.
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Steffi schrieb:
am 15. Juni 2011 um 20:30:32
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...
Habe 10 Jahre die Pille genommen und epileptische Anfälle bekommen, bis man erstma auf die Pille kam vergingen Jahre. Nehme sie nun seit
3 Jahren nicht mehr und alles SUPER!!!
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